Sonntag, 22. April 2012

Nepal - Kathmandu, die letzte Woche bricht an


 Die berauschende Aussicht vom Hotelzimmer aus

 Der freche Affe der Handy und Portemonnaie geklaut hat (nicht meines)


 Nepali-Gewusel auf dem Markt

 Waehrend dem Kochkurs kriegen wir Hilfe beim Momo's machen

 Eine Restaurantkueche, klein aber fein

 So sieht es aus wenn man zu lange im Buero bleibt. Ich wurde drinnen eingeschlossen (no worries, es hat noch einen Hinterausgang...)

 Mein Arbeitsplatz. Huebsch, oder?

 Und alle gucken was der Affe macht :-)



Ich koennte doch wieder mal die Zeit fuer einen Blog nuetzen. Gucke mir meine Stichworte an, aber ausser warten und Essen mache ich eigentlich nicht viel, es ist der Wahnsinn! Meine Geduld wird jeden Tag auf die Probe gestellt, ich weiss nicht ob ich einfach nur sensibel bin oder ob es wirklich extrem ist. Mein Chef Ram hat mich heute auf 9 Uhr ins Buero gestellt, ich stand noch drin und war am reden als der Erste reinstuerzte und mich uebertoente. Eigentlich sollte ich das naechste Mal einfach weiterreden: ich bin nun dran! Ich moechte mich jetzt schon bei allen entschuldigen wenn ich diese Unart uebernehme, aber ich finde ich praktiziere sie praktisch nicht im Vergleich zu den Nepalis. Jedenfalls haben wir nun zwei Stunden spaeter und ich habe noch nichts gemacht ausser ein wenig rumgesurft, einer Kollegin ein ueberlanges Email geschrieben, Buecher bei Amazon bestellt (bin ja bald daheim) und meine Tasche aus der Waesche geholt. Dann war ich nochmals in meinem Zimmer oben und habe die Stichworte geholt. Wieder mal bin ich umgezogen, ich bin zwar immer noch im Hotel Cosmic, aber neu im 6. Stock!! Da weiss man was man macht, vorallem wenn man unten steht und was vergessen hat. Da es nun auch sicher 30 Grad hat und mein Zimmer zuoberst auf dem Dach steht ist es auch dementsprechend warm drin, aber warm habe ich sowieso wenn ich 6 Stockwerke raufgelaufen bin.

Hach, eigentlich habe ich ueberhaupt nichts zum schreiben, wie die meisten arbeite ich den ganzen Tag, oder sagen wir halt ich sitze die Zeit ab. Ich habe es mir schon ein wenig anders vorgestellt, das Hauptproblem ist einfach das Ram nie Zeit hat… und ich nie informiert werde. Ich war voll Tatendrang und habe in der Zwischenzeit auch einiges geschrieben, seine ganze Lebensgeschichte, die ganzen Projekte im Dorf(abgeschlossene und laufende) und dann noch einiges ueber Volontaere. Noch ist ueberhaupt nichts online von dem was ich gemacht habe. Zum Teil verschlimmbessert er meine Texte das es ein Graus ist. Habe schon gesagt das ich diesen Link bestimmt nicht weitergebe, sonst denken ja alle das katastrophale Englisch waere von mir. Diese Erfahrung kennt Sonja, zwar reden sie zum Teil exzellent Englisch (Nepal und Indien), aber das Geschriebene sieht aus wie… Sau! Auch faszinierend ist wenn z.B. Ram den Text LAUT vorliest. Ich glaube dies habe ich schon das letzte Mal erwaehnt, aber ich habe vergessen zu sagen WIE er liest! Ich fuehle mich 3 Jahre zurueckversetzt als ich im Dorf in der Schule gearbeitet habe… also entweder er erfindet Worte oder liest sie einfach falsch. Korrigieren nuetzt nichts, mir hoert ja hier niemand zu. Na ja, ich hoffe wenigstens er hat verstanden was ICH geschrieben habe, auch wenn er es anders ausspricht. Oder dann gibt es solche die ueberhaupt nicht lesen und schreiben koennen. Ich habe hier einen Inder getroffen und habe ihm mein Tattoo (also meinen Namen) gezeigt und er konnte es nicht lesen! Verstehe ja noch wenn es Englisch waere, aber es war Nepali bzw Hindi, und trotzdem wie Hieroglyphen fuer ihn.
Jedenfalls habe ich hier nen taeglichen Waschgang der Gefuehle. Da kommt man motiviert daher und dann laesst man mich stundenlang warten, oder dann will ich Tipps geben und dann heisst es ‘man’ brauche keine Belehrung von mir. Zum Teil spuere ich die Maennerdominanz enorm, vielleicht ist es auch ein Problem dass ich die Sprache nicht spreche. Die Nepalis sind zwar eigentlich furchtbar freundlich, aber wenn ich hier drin sitze werde ich einfach uebersehen. Ich sitze direkt beim Eingang, aber kein Mensch begruesst mich, nur die wenigsten lassen sich herab. Sonst sind sie auch immer so nett, ist schon komisch.

Letztes Mal habe ich noch ueber Silvester geschrieben, also es war dann doch am Donnerstag Abend. Wir gingen zusammen essen, das heisst Ram ging mit zwei schwedischen Kunden essen die wohl froh waren dass er noch unterhaltsame, europaeische Begleitung mitbrachte, denn Monsieur war ja meistens am Telefon (nochmals so ne Unart hier). Ram geht mit allen zum Abschluss ins Garden of Dreams, da gibt es Wiener Schnitzel, die Preise sind hoch, aber das Ambiente ist nett und nebenan hat es einen Garten (wie der Name schon vermuten laesst) wo sich waehrend dem Tag gut verweilen laesst, wenn man dann den Eintritt bezahlt hat. Nix gibts gratis, auch hier nicht. Und der Eintritt ist taeglich, nicht nur an Silvester. Ansonten gab es kein Feuerwerk, zum Teil wurde in touristischen Bars gefeiert, aber den Nepalis selber ist es nicht wichtig. Wichtiger ist dann Neujahr, da gehen anscheinend alle auswaerts essen und alle begruessen sich mit ‘Happy New Year’, es gibt die Aussage anscheinend nicht mal auf Nepali, das sagt ja schon alles.  

Ueber eine Reiseinternetseite habe ich ein paar Leute kennengelernt, so dass ich doch nicht ganz so einsam bin. Zum Teil sind es Nepalis die Auslaendern ihre Stadt zeigen, groesstenteils jedoch andere Reisende die per Zufall auch gerade hier sind. So war ich schon mit einem aus Dubai, einem Englaender und bald einem Amerikaner weg, der aus Singapore musste leider den Urlaub kurzfristig verschieben. Echt eine tolle Sache, falls ihr auch mal alleine reist: www.travelbuddy.com. Ich musste zwar USD 10 ‘Eintrittsgebuehr’ bezahlen, die haben sich aber gelohnt.

Durch die ganze aaaanstrengende Googlerei hier bin ich auf ein Hotel ein wenig ausserhalb aufmerksam geworden, dieses ist ‘unter Schweizer Fuehrung’. Habe dann auf der Internetseite gesehen dass sie Nepali-Kochkurse anbieten. War nun lucky, das heisst Yolanda die Inhaberin hatte mich vor ein paar Tagen angerufen, es wuerde tatsaechlich ein Kurs stattfinden! Die beiden anderen Teilnehmer waren aus der Naehe von Chur, so fuehlte ich mich doch schon fast heimisch. Der Kochkurs war ein wenig anders als jener in Vietnam, das Gemuese war schon geschnitten und vorbereitet und wir waren eher passiv. Das aber auch weil wir uns alle drei nicht recht getrauten, ich meine ich kenne ja meine Kochqualitaeten. Isi wird nun sagen sooo schlimm ist es nicht, aber gleich jedem vorzeigen muss ich es nicht. Wir machten dann ausser Daal Bhat (dem Nationalgericht) auch Momos, verschiedene Saucen und Tee. Die Momo’s waren am witzigsten (siehe auch Fotos einen Blogeintrag frueher) denn wir mussten den Teig mit Fuellung drin richtig zusammenfalten was ueberhaupt nicht so einfach war. Nach einem Weilchen kamen zwei Ladies in die Kueche die nur laut lachten als sie unsere Endresultate sahen...ein vernichtendes Urteil! Sie zeigten dann geschickt wie sie das machen, peinlich. Erst hinterher erfuhren wir dann von Yolanda dass die beiden Damen ueberhaupt nicht fuer die Kuche zustaendig sind sondern fuer die Zimmer! Momo’s machen kann hier also jeder, ausser uns. Ich finde zwar meine sahen ganz ansehnlich aus. Jetzt brauche ich nur noch so einen Steamer, und nen Dampfkochtopf fuer die Linsen. Ich bin ja schlechter ausgeruestet als jede Nepalikueche, wer haette das gedacht. Hier noch die Schleichwerbung falls mal jemand in Kathmandu ist und gerne ein Hotel ein wenig ausserhalb haette. Ich empfehle ein paar Tage im touristischen Thamel zu wohnen und dann nach ausserhalb zu fluechten. Das Taxi nach Thamel dauert ca. 20 Minuten (je nach Verkehr), witzigerweise sind die meisten Sehenswuerdigkeiten eh ausserhalb, von dem her kommt es nicht an wo das man ‘wohnt’. Und eben, es gibt taeglich Schweizer Zmorgen mit Zopf, gehe dann evtl. uebermorgen hin, Fotos folgen!! http://www.trekkersholidayinn.com/

A propos Essen, habe mir nun ein Twitter-Konto (follow me!!)  zugetan wo ich die neuesten Fressensbilder online stelle. Es sieht wirklich so aus als wuerde ich den ganzen Tag nichts anderen machen als essen und dabei das Essen fotografieren. Aber es ist manchmal wirklich meine einzige Abwechslung wenn ich sonst niemanden und nichts habe (z.B. auch kein Fernsehen, habe zwar einen im Zimmer, aber irgendwie hat es eh NIE Strom, also gucke ich gar nicht erst ob er laeuft und was laeuft). So ueberlege ich mir immer schon Stunden im Voraus auf was ich denn Lust habe und wo ich hingehen moechte. Bis jetzt habe ich ca. die Haelfte der Restaurants im Reisefuehrer durchgeackert, ausser die ganz noblen habe ich ausgelassen. Nicht weil es mir zu teuer ist sondern weil es irgendwie schraeg wirkt wenn ich da alleine reingehen muss. Sie gucken dann immer so und fragen: wieviele Personen? Jaaaa, wie viele siehst du denn??

Wenn wir schon beim Essen sind (entweder Arbeit oder Essen, ihr duerft waehlen), um an Fruechte zu gelangen muss man sich hier ja ziemlich anstrengen. Die kann man nicht einfach so in Laeden kaufen sondern muss Ausschau halten nach den ‘fahrbaren Staenden’. Natuerlich hatte es zuvor meistens abends geregnet, so dass die Maenner samt Fahrraeder verschwunden sind. Dies bedeutete keine Fruechte fuer mich. Nix von wegen mal schnell in den Migros gehen und dort alles kaufen was man braucht. Ich glaube nach 4 Tagen habe ich endlich mal Trauben und Bananen gekauft… und dann musste ich natuerlich noch handeln, so ein Witz!! Es wird wirklich um alles gehandelt und ich weiss nicht ob der Preis schlussendlich gut war, die Trauben haben 3x soviel gekostet wie die Bananen. Das naechste Mal war ich dann auf dem local market, aber da werfen sie dir das Zeugs kiloweise nach. Ich hatte dann tatsaechlich 12 kleine Bananen gekauft aber alle selber verfuttert, zusaetzlich zu dem ganzen Zeugs was ich sonst noch so esse. Die meisten meiner Hosen haben einen Gummizug, zum Glueck. Ich glaube der Blick auf die Waagenanzeige wird eher verheerend ausfallen. Von wegen im armen Nepal gibts nicht zu essen. Schon in Indien waren die Frauen durchschnittlich ziemlich fuellig und hier in der Stadt ist es aehnlich, im Dorf sieht es dann wieder ganz anders aus. Ich habe jedenfalls noch selten eine Frau im Sari gesehen bei der kein Speckbauch rausquillt. Ich bin ueberzogen Sonja ist da meiner Meinung.

Um meinen Hoehepunkt hier in Nepal wurde ich auch noch gebracht. Ram wurde kurzfristig (es gibt hier keine Plaene, alles ist kurzfristig) zu einer Hochzeit in sein Dorf eingeladen und ich durfte mit. Erstens bedeutete dies zur Abwechslung mal raus aus dem Smog und dem Laerm, zweitens endlich wieder mal huebsch (=Kurta) anziehen und drittens zurueck nach Jyamrung. Ich freute mich total darauf obwohl wir bis zum Schluss nicht wussten ob es klappen wuerde. Die Zeichen standen dann aber gut, so machten wir uns am Donnerstag morgen, zwar ein wenig verspaetet da er noch eine Sitzung gehabt hatte, auf zur Hochzeit, denn die Zeremonie selber fand in Kathmandu statt. Es war schon eher unwirklich, die Braut sah todungluecklich aus und ich hatte fast Mitleid. Ich fragte dann nochmals nach, es war keine arrangierte Ehe (ich haette es schwoeren koennen), sondern eine Liebesheirat. In Nepal scheint dies eher eine ernste Angelegenheit zu sein, von wegen ‘der schoenste Tag des Lebens’. Die Braut verlaesst an diesem Tag ihr Elternhaus und ab sofort ist die Familie ihres Mannes fuer sie zustaendig. Oft wohnen die Familien auch weit auseinander, was bei uns mit dem Auto erledigt werden kann sind hier ja meistens stundenlange Fussmaersche, hauptsaechlich wenn man im Dorf lebt. Leider verstand ich nicht sehr viel, es gab immer wieder Rituale mit Essen oder Blumen die ins Feuer geworfen wurden,  und der Priester war stundenlang am Texte vorlesen (das kennen wir doch). Ich hatte es mir verkniffen Fotos zu machen, ernstens weil die Braut so ungluecklich aussah und zweitens da ich eh im Dorf noch mehr Gelegenheit dazu haette. Das Brautpaar lief dann zum Schluss ein paar Mal ums Feuer rum, die Braut wurde umgezogen und dann ging die ganze Gesellschaft zum Bus der sie ins Dorf bringen wuerde. Wir waren ein wenig luxurioeser unterwegs in Ram’s Privatauto, ein Jeep, denn anders kommt man nicht vom Fleck. Ich habe absichtlich Bus geschrieben und nicht Car, also das Gefaehrt war auch eher von robuster Natur. Ram war dann andauernd am Telefon, eigentlich nichts Neues. Er haette mir aber doch einen Gefallen gemacht wenn er nicht staendig telefoniert haette und gleichzeitig versucht haette dem Gegenverkehr auszuweichen und Gang zu schalten. Wir haetten zwei Hochzeitsgaeste bei uns im Auto und einer rueckte dann mit der Nachricht raus dass die Feier im Dorf eigentlich am selben Tag waere! Unlogisch wenn man erst um 20 Uhr ankommt und weiss das Nepalis um 21 Uhr ins Bett gehen! Wir dachten eigentlich die Feier waere erst einen Tag spaeter, aber wir sind ja hier im unverhofft-kommt-oft-Land. Unverhofft schlug dann die naechste Bombe ein, ein Kunde von Ram war auf der Trekkingtour in einer Lawine geraten (!!!) und musste nun gerettet werden. Kein Wunder war er staendig am Telefon! Der Helikopter war bereits auf dem Weg, fand die Gruppe jedoch nicht. So wurde der Ausflug aus Kathmandu raus und ab ins Dorf fuer uns relativ kurz, wir mussten dann nach ca. einer Stunde Fahrt umkehren (nachdem wir die zwei hinten im Auto in den Bus verfrachtet hatten) und retour in die Stadt. Ein Notfall!! Tja, soviel zu meinem tollen Ausflug, der Rueckkehr nach Jyamrung und den Fotos vom Hochzeit. Die Verletzten konnten uebrigens erst am naechsten Morgen geborgen werden, der eine befindet sich noch auf der Intensivstation. Haette der Sherpa ihn nicht ausgebuddelt bzw. ueberhaupt gefunden waere die Sache wohl anders ausgegangen. Eine Lawine ist ja keine Schlittelbahn, hier im Himalaya schon gar nicht.

Der Ausflug hat mir somit nicht viel gebracht ausser einem halben Hitzeschlag (in der Zwischenzeit hat es hier sicher 30 Grad und Klimaanlagen existieren wenn ueberhaupt nur in Hotels), Um- und Einpackerei meiner ganzen siebentausend Sachen (ich liebe es ja…) und als I-Tuepfli habe ich noch den Hustensaft auf meine neue Tasche, die Kurta-Hose und meine Fuesse (das kleinste Problem) ausgeleert. Darum war die Tasche auch in der Waesche, immerhin ist es raus gegangen und sie sieht aus wie neu.  Ausser Spesen nix gewesen.

So, noch ein letzter Abschnitt. Muss vielleicht noch erwaehnen das Nepal zwei Seiten hat, oder mit der touristischen sogar drei. Komme soeben von einem Stadtteil zurueck wo sich Laeden wie Nike, Adidas, Pizza Hut und aehnliches befindet. Wer schon mal in Nepal war kann sich fast nicht vorstellen das es sowas 'normales' hier auch gibt. Ach ja Sonja, es ist nur ein Block vom Garden of Dreams weg, habe ich per Zufall rausgefunden als ich einfach mal weiter gelaufen bin. Jedenfalls treffen hier schon Welten aufeinander. Einerseits muss man auf dem local market mitten in der Stadt doch am Boden kniend um Fruechte feilschen waehrend es dann wieder Laeden gibt wo man sich fragt wer von den Einheimischen sich das leisten kann. Aber es gibt sie auch, die Nepalis die in der Stadt aufgewachsen sind und abends weggehen zum Essen (und zwar kein Daal Bhat) und Bier trinken. Und dann gibt es wieder die anderen, eher traditionellen die 2x am Tag Daal Bhat essen und bestimmt keinen Alkohol tinken, die im Dorf aufgewachsen sind und sich 'den Weg raus' muehsam erarbeiten mussten. Und dann gibt es die die weiterhin im Dorf leben und mit den Gegebenheiten und Umstaenden (Stichworte Strom, fliessend Wasser, Toiletten...) zufrieden sind. Und dann natuerlich alle anderen die irgendwo dazwischen sind. Faszinierend!

Donnerstag, 19. April 2012

Nepal - Kathmandu, die Welt ist gross

Es wird weitergefuttert. Wenn ich mich nicht gerade im Restaurant befinde schwinge ich selber den Kochloeffel. Habe doch tatsaechlich ein Restaurant unter Schweizer Fuehrung gefunden. Dementsprechend gibt es dort auch Zopf zum Fruehstuck, aber dieses Bild folgt dann beim naechsten Eintrag. Dieses Mal gehts ziemlich asiatisch zu und her:


 
Koenigsdisziplin: Dal Bhat Set mit allem Drum und Dran

 Sieht sonderbar aus, war aber super! Lemon Chicken, gegrillt! Und erst der 'Haerdoepfel', ein Traum!

 Wieder mal ein anstaendiges Fruehstueck, Hash brown, Eier und Toast, mehr braucht es nicht

 Kommt auf dem Foto ebenfalls nicht zur Geltung: mein geliebtes indisches Essen, hier Paneer (Kaese) mit irgendwas vegetarischem... und Brot

 Die Momo's aus dem Kochkurs: von uns zusammen'gedrueckt', darum sind nicht alle so huebsch geworden

 Thai Food im ueberbewerteten Krua Thai Restaurant. Also sorry, da hatte es ne ganze Zwiebel drin

 Nochmals so was tolles, Hummus mit Brot im Nargila Restaurant fuer schlappe ca. CHF 1.20

 Erinnert mich an Weihnachten, ist aber der 'Teig' fuer die Momo's. Einfach eine Schale genommen und diese umgekehrt, so macht man das also in Nepal

Einblicke in die Kueche, das links im Bild ist der Steamer fuer die Momo's, tolles Teil! Und das ganz rechts fehlt mir auch noch: ein Dampfkochtopf :-)

Samstag, 14. April 2012

Nepal - Kathmandu, einmal um die Welt bitte

Ich finde ja Essen auf einer Reise verhaeltnismaessig wichtig. Obwohl ich hier nun alleine unterwegs bin versuche ich taeglich rauszugehen und taeglich ein neues Restaurant auszuprobieren. Gleichzeitig kann ich auch taeglich eine andere Kueche probieren. Unten mal eine kleine Auswahl. En guete (und kleine Anmerkung, speziell an Sonja: ich weiss nicht wieso der Daal Bhat aus der Reihe tanzt, er will einfach nicht wie die anderen. Typisch Nepali, nicht wahr?)


Fisch - westliche Preise (verhaeltnismaessig), aber westliche Qualitaet

Sushi

Yak-Kaese NICHT aus dem Kuehlschrank (aber es geht mir auch 12 Stunden spaeter noch gut)

Nahezu britisches Fruehstueck

Hummus und Co, ich liebe es!

Nepali-Wedges, noch auf der 'Verpackung'

Das sollten Kaesespaghetti sein, war aber gut

Chinesisch mit einer Tonne Reis (die sind verrueckt!)



Ganz traditionell, Daal Bhat (tonnenweise Reise mit Linsen und Gemuese)

Ein Wiener-Monster-Schnitzel

Dienstag, 10. April 2012

Nepal - Kathmandu, jetzt aber fertig lustig (es wird gearbeitet!)


Statt hier im Buero vor Langeweile vom Stuhl zu fallen beginne ich doch einfach mal mit dem neuesten Blog-Eintrag. Auf Skype und Facebook ist auch niemand online und neue Emails zu beantworten gibt es ebenfalls nicht. Gaehn! Der Beginn hier im Arbeitsleben von Nepal war ein ziemlicher Schock. Ich kam wohl uebermotiviert daher, wurde aber ziemlich nett ausgebremst. Auch das kann eine Art Kulturschock sein, nur habe ich nicht damit gerechnet.

Lustig fing ja schon der Empfang in Nepal an, also schon auf 10’000 Metern Hoehe. Vor dem Anflug wurden wie immer die Ruecklehnen wieder verstellt, Muell eingesammelt und das Gepaeck unter dem Sitz verstaut. Was ich aber bis jetzt noch nie gesehen habe: das Personal sprayte die Kabine von vorne bis hinten sauber!! Ja wer bringt denn da die Bazillen? Sind das jene aus Indien die abgetoetet werden oder haben die Nepalis einfach Angst vor den Indern? Deren Verhaeltnis erinnert mich eh schwer an Schweiz-Deutschland. Die Konstellation ist ja aehnlich, kleines Land und grosser Bruder der alles besser weiss und kann und den kleinen sozusagen zerdrueckt, der Kleine wehrt sich dann und schimpft ueber den Grossen. So sind es auch die Nepalis die gesagt haben die Inder waeren ueberhaupt nicht freundlich und wir muessten dort aufpassen, waherend die Inder wiederum sagen: Nepal? Sooo schoen!!

Fuer alle die es noch nicht wissen, ich werde hier in Nepal 4 Wochen lang einem Kollegen im Reisebuero aushelfen. Es geht zwar eher darum seine Internetseite auf Vordermann zu bringen, gleichzeitig will er aber auch mit Trekkingtouren und Volontaerangeboten auf dem Schweizer Markt Fuss fassen. Er meinte dann noch (bevor ich zugesagt hatte) er haette megaviel Arbeit fuer mich, na ja, aber jetzt wo ich da bin frage ich mich schon. Vorallem ist Ram staendig im Stress, es geht hier zu wie im Bienenhaus. Staendig kommen Leute rein (ich sitze ganz vorne im Buero und sehe darum was so laeuft) und ich frage mich echt was die dauernd wollen. Manchmal hocken sie nur auf den Stuehlen und reden mit den anderen Angestellten. Der eine kommt taeglich und liest die Zeitung, danach verschwindet er wieder. Daran waere ja nichts auszusetzen wuerde er nicht laut lesen! Das Nepali koennte ich ja einfach ausblenden da ich es eh nicht verstehe, aber das englische Gebrabbel geht mir dann schon eher auf die Nerven, vorallem wenn ich einen zusammenhaengenden Text – ebenfalls auf Englisch – fuer eine Internetseite schreiben sollte! Jedenfalls kommen und gehen Leute und meistens sind es Nepali was ich in einem Reisebuero ja auch komisch finde. Ich frage mich schon gar nicht erst wer dies alles sein koennte, jedenfalls sind es weder Reiseleiter noch Trekkingfuehrer. Zum Teil kommen sie rein, sehen das Ram besetzt ist und warten im Eingangsbereich auf den Stuehlen, dann nach 20 Minuten stehen sie einfach wieder auf und gehen. Schade versteht man nichts, denn manchmal sieht die Vorgehensweise ein wenig – sinnlos  aus…

Ich musste meine Arbeitsweise auch schwer den Nepalis anpassen. Zuerst mal hatte mich Ram genervt (wenn er dies nur nicht im Google uebersetzen laesst, ups) denn auf einmal hatte er nur Arbeiten fuer die Internetseite und ich hatte ihm zuvor immer wieder gesagt mein Englisch halte sich in Grenzen (verglichen mit einem Muttersprachler) und ich fuehle mich nicht unbedingt wohl dabei Texte zu schreiben die dann veroeffentlicht werden. Aber ich glaube er ist froh dass ueberhaupt mal jemand was schreibt, anscheinend kommt im Mai ein Amerikaner dem dann hoffentlich nicht gleich die Haare zu Berge stehen ab meiner Satzstellung und meiner kuemmerlichen Wortauswahl. Jedenfalls habe ich mich dann geschlagen gegeben und einfach mal angefangen zu schreiben, mit Hilfe von Google Translator und dict.leo.org habe ich ein paar ganz ansehnliche Abschnitte geschaffen. Der Beginn war aber echt harzig, denn Ram warf mir nur mal ein paar Stichworte vor die Fuesse und erwartete dass ich dazu seine Lebensgeschichte (ohne Witz, die habe ich wirklich auch aufgeschrieben, ich finde ich koennte ueber ihn, seine Organisation und die Projekte locker nen Vortrag halten. Ich weiss jetzt alles!) aufschreibe. Es dauerte dann sicher eine Woche bis er endlich mal Zeit fand und wir uns 20 Minuten hinsetzen konnten und ich alles aufnahm was er sagte.

Waehrend meiner Zeit hier in Kathmandu lebe ich gratis (darum habe ich manchmal auch ein schlechtes Gewissen wenn ich nichts mache. Aber nur ein wenig. Ich bin schon ziemlich gut im ‘beschaeftigt’ oder ‘konzentriert’ aussehen) im Hotel und kann dort auch gratis Essen. Am Abend gehe ich jedoch eigentlich immer auswaerts essen. Das Hotel ist auf der anderen Strassenseite des Reisebueros, das heisst ich wuerde sonst ueberhaupt nicht mehr rauskommen. Die groesste Kilometerzahl lege ich zurueck wenn ich fuers Zmittagessen aufs Dach des Hotels im 6. Stock gehe. Zum Glueck habe ich nun meinen Appetit wieder gefunden. Ob’s an der Hoehe oder am Temperaturunterschied liegt? Bis jetzt war ich in Kathmandu entweder krank (Toilettengeschichten die ich euch vorenthalte, beides 2009) oder ich hatte keinen grossen Appetit. Damit ist es nun zum Glueck vorbei und ich habe mich mal schlau gemacht welche Restaurants es gibt. Leider ist es alleine nicht ganz so spannend, ich habe mir trotzdem vorgenommen jeden Tag in ein anderes Restaurant zu gehen. Zum Teil braucht es ziemlich Ueberwindung alleine in ein noch fremdes Restaurant zu gehen, aber das kennt ihr sicher bzw koennte es euch nicht vorstellen. Ich kenne ja schon Leute die aufschreien wenn sie alleine ins Kino muessten (dort hockt man eh nur im Dunkeln…). Ich stelle spaeter mal einen Blog online mit den besten Essensbildern, gestern z.B. gab es Middle-East Essen, heute Japanisch, uebermorgen wohl Mexikanisch. Am Mittag esse ich was das Hotel so hergibt, leider kein Indisch. Habe mich doch tatsaechlich damit angefreundet, sogar wenn’s ein wenig scharf ist. Vor ein paar Tagen war ich mit meinem ehemaligen Volontaer-Englischlehrer von 2009 Momo’s essen. Das sind kleine Teigtaschen gefuellt mit Gemuese oder Fleisch, entweder gedaempft oder gebraten. Eigentlich eine tibetische Spezialitaet, gibt es uebrigens auch in St. Gallen. Die sind wohl nicht ganz so scharf wie die lokalen hier die ich hatte. Saroj meinte ich waere mich ja jetzt scharfes Essen gewoehnt. Sagen wir es so, ich habe es gegessen und mitleidig aufs Wasser geguckt. Wie schon im letzten Blog erwaehnt wird ja leider kein Wasser geteilt, also haette ich Nepali-Style (Oeffnung nicht mit dem Mund beruehren!) trinken muessen… haette

Wenigstens muss ich mich nicht mehr ueber das kalte Wetter beschweren. In der Nacht ist es angenehm, am Tag kann es bis 30 Grad werden. Interessanterweise regnet es immer wieder, meistens beginnt es gegen 17 Uhr, also dann wenn ich fertig bin mit der Arbeit. Entweder es wird stockdunkel, gewittert und blitzt wie verrueckt oder ein paar Tropfen werden aus den Wolken gedrueckt. Diese Nacht hat es wieder wie verrueckt gewittert, es war ohne Scherze ein Dauergrollen und geblitzt hat es im Sekundentakt. Das sind noch Gewitter. Ich habe sogar versucht zu filmen (um 2 Uhr in der Nacht!) weil es so eindruecklich war. Krass fand ich jedoch als ich unten auf dem Parkplatz ein paar Leute sah die sich mit Zeitungen zudeckten. Mitten auf dem Parkplatz, und es waren sicher 10 Personen, zum Teil auch Kinder!!

Hier unten im Buero spuert man keine Sonne, darum lege ich viel Wert darauf wenigstens in meiner Mittagspause aufs Dach zu sitzen. Mir unverstaendlich wie alle 12 Stunden hier unten sitzen und dies 6 oder 7 Tage die Woche. Ich verstehe jedoch eher warum man hier kein Burnout kriegt. Ich langweile mich zwar im Moment gerade, aber wenn ich eine Schaffenskrise habe skype ich erst mal nach Hause oder gucke im Facebook nach wer online ist oder ich gucke im Internet wo denn das mexikanische Restaurant genau liegt. Ausserdem arbeite ich eh nur ca. 7 bis 8 Stunden minus Mittagspause.Wenn es keinen Strom hat und die Notfallbatterie auch noch leer ist kann es geschehen dass alle rumsitzen (oder siehe Foto unten: 'einer arbeitet, alle anderen gucken zu'), Zeitung lesen oder Tee trinken. Ach ja, Tee trinken, damit werde ich hier ja laufend ueberschwemmt. Meistens habe ich sicher 3 am Tag (im Buero) und ich frage mich jetzt schon wie ich es ohne aushalten soll. Der Chai in Indien war zwar auch super, aber dann doch kein Vergleich zu einem richtig guten Nepalitea. Gaell Sonja?

What else? Ansonsten merkt man das es nicht mehr so bitterkalt ist, denn nun sind weitaus mehr Touristen unterwegs als noch im Januar. Hier im Thamel (der Touristengegend wo alle Laeden, Restaurants, Hotels und Reisebueros sind) wimmelt es zum Teil nur noch von Westlern die alle auf der falschen Seite (Linksverkehr!) laufen oder wie die Huehner ueber die Strasse rennen da sie Angst haben vom naechsten Motorrad mitgeschleift zu werden. Nach Bangkok , bzw schon (oh, jetzt kam gerade der Teemensch! Und schon steht wieder ein dampfender Tee vor mir) seit Hanoi und allerspaetestens nach 2 Monaten Kathmandu und Indien habe ich mich an das Gehupe gewoehnt. Ausser es faehrt gerade ein Toeff einen Meter neben mir vorbei und hupt mir ins Ohr so dass es durch Mark und Bein geht. Ansonsten kann ich ruhig lesend auf einer Dachterasse sitzen und das angenehme Wetter geniessen, bis mich dann andere Touristen ansprechen und schimpfen: dieser Laerm! In diesem Moment macht’s ‘bling’ und ich hoere den Laerm ebenfalls. Vielen Dank! Was mich im 2009 oder Januar 2012 noch unruhig gemacht hat stoert mich ueberhaupt nicht mehr. Im Gegenteil, ich gehe gerne aus Thamel raus und mische mich ein wenig unter die Einheimischen, da ist das Gewimmel und der Verkehr dann wieder aehnlich wie in Indien. Es fehlen nur die nervigen Tuk-Tuk Fahrer, aber hier hat es eh nur Taxis und Rikschafahrer und ich finde die nerven ueberhaupt nicht. Es fragt auch fast niemand ob ich Tigerbalsam moechte oder eine Trekkingtour machen oder Haschisch rauchen. Nach Indien muessten sie schon mit anderen Geschuetzen auffahren so dass ich mich wirklich 'genervt' fuehle.

Ein wenig vermisse ich es ja schon. Dachte ich zuerst die Nepalis waeren so wahnsinnig freundlich und nett bin ich jetzt doch ein wenig auf die Welt gekommen. Die Inder sind halt schon anders, die wittern immer gleich ein Geschaeft (jetzt wo ich wirklich mal ein Geschaeft machen moechte reagiert hier keiner. In Indien haette man schon laengstens freudenstrahlend mit mir verhandelt) und ich finde die meisten haben ihre Ware auch gut verkauft (ich darf ja nicht sagen wie oft wir in einen Laden gingen und sagten ‘also dieses Mal brauchen wir nichts, wirklicht nichts'. Aber in Indien kauft man auf einmal Dinge an die man zuvor nie gedacht hat!), sie sind viel direkter…. Und Fotos macht hier auch keiner mehr von mir. Ich musste aber feststellen das es auch in Kathmandu noch viele Inder hat. Ich erkenne sie zwar nicht (die sind zum Teil heller als ich!), aber sie erkennen mich mit meinen Bangels, Klamotten und Ohrringen aus Indien. Freue mich dann auch ueber ihr Kopfgewackle, damit habe ich in Inden ebenfalls angefangen. Und ich dachte das waere in Nepal extreme gewesen, dabei wird in Indien nur gewackelt und jedes Nicken hat eine andere Bedeutung.

Dann gibts da noch eine lustige Nepali-Story, ganz aktuell von heute. Schon vor drei Jahren im Dorf gabs immer wieder Ungereimtheiten, man hat sich nicht verstanden (Sprachproblem!) oder es wurden Daten vertauscht, was ja auch kein Wunder ist, sehen erstens die Zahlen anders aus und haben sie zweitens einen anderen Kalender. Ich dachte mir bei gebildeten Leuten die Englisch perfekt verstehen kann das nicht mehr passieren... hmmm... jedenfalls hat mir mein Kollege Gopal, der einen hohen Posten bei der Polizei innehat und besser geeignet gewesen waere Texte auf Englisch zu schreiben, versichert das Silvester am Freitagabend ist. Per Zufall kommt dann noch ein Bekannter zu Besuch, so koennten wir hervorragend feiern, denn hier in Thamel wird bestimmt was geboten fuer die Touristen. Habe dies dann auch noch lange und breit mit Ram besprochen und nachgefragt ob am Samstag zu waere, ist ja schliesslich Neujahr. Ich frage mich ueberhaupt wie man mitten im Jahr Neujahr feiern kann... aber egal, feiern wir halt. Jedenfalls habe ich am Samstag eh frei und so waere alles ideal gewesen, bis nun heute Gopal nochmals daher kam und meinte: hmm, Silvester ist im Fall schon am Donnerstag!! Ich schimpfe mit Ram, der meint er koenne es ja nicht wissen wenn er nicht auf den Kalender guckt. Also ich weiss immer AUSWENDIG wenn Silvester ist! Ich weiss auch eine Woche vor Ostern dass Ostern sein wird, auch wenn ich am anderen Ende der Welt bin wo eh nicht gefeiert wird. Aber hier, 2 Tage vorher, weiss kein Mensch wenn's ueberhaupt stattfindet. Finde ich ja wieder mal typisch. Aber ich rege mich nicht auf, zucke mit der Schulter, zum Glueck habe ich dem Bekannten noch nichts gesagt. Und anscheinend kann ich hier Feuerwerke und aehnliches eh vergessen.

Meine Freizeit verbringe ich ausser mit Essen auch noch mit Blogs schreiben (endlich habe ich es geschafft und bin Up to date, dafuer wird wohl die naechsten beiden Wochen nicht mehr viel passieren...), staendig im Internet hocken (kann den Laptop mit ins Zimmer nehmen wo ich WIFI habe) und viel lesen. Eigentlich wollte ich auch eine Zusammenfassung ueber meine\unsere Reise schreiben, aber man glaubt es kaum, bis jetzt kam ich noch nicht dazu! Ich wollte auch vermehrt gamen, schliesslich habe ich zu Hause auch nie Zeit dafuer, aber hier ist es nicht besser! Ein Wahnsinn...

Ein Fall von: jeder hilft mit. Meine Aussicht aus dem Buerofenster, grins!

Ein Fall von: einer arbeitet, die anderen gucken zu! (der im schwarzen Shirt mit rotem Aufdruck ist der Koch im Hotel, wenn er dann nicht gerade draussen mithilft... und der Herrn mit Schutzmaske den man von vorne sieht ist der Zeitungsleser! Hach, kleine Welt, alle vereint)

Und weil's so herrlich war gleich nochmals! Der im karierten arbeitet uebrigens hier im Buero (wenn er dann nicht draussen mithilft....), der in der dicken Jacke - so kalt ist es dann doch nicht - ist vom Hotel (wenn er dann nicht draussen mithilft...)

Mein tolles Nepali-Geschirr, freue mich schon es auszuprobieren. Wer braucht schon Porzellan!

Ein anstaendiger Nepali-Tee wie es mir 3x am Tag oder so serviert wird

Fotos vom Buero und Zimmer folgen!


Samstag, 7. April 2012

Indien - Delhi 2






Noch mehr Baeren am Connaught Place, der links mit Schweizer Kreuz am Kopf

Typisches Gewusel in Paharganj, aus der sicheren Entfernung vom Restaurant runter (welches auf dem Dach ist)


Sonja's Zettel wird mit Leim bestrichen...














Der Laxmi-Tempel, Fotos drinnen waren leider nicht erlaubt, aber von draussen sieht er eh besser aus

Uebrigens wieder mit meinen Fotos, Laptop sei Dank. Jedoch traue ich der ganzen Technik noch nicht ganz, darum gibts nur ein paar Fotos...



Delhi, Delhi, wo sind wir stehengeblieben? Auch in Delhi hat’s ein Fort, sowie schon an unzaehligen anderen Orten in Rajasthan. Wir fuehlten uns als Touristen genoetigt auch dies noch anzuschauen, man kann ja schlecht sagen man waere in Delhi gewesen und haette eine der Hauptattraktionen nicht gesehen. Ehrlich gesagt war ich aber ziemlich enttaeuscht. Das eine Gebaeude zum Beispiel hiess “Farben-irgendwas', aber das Ding war einfach nur grau. Es stand dann im Reisefuehrer es waere mal farbig gewesen, da hat es bestimmt auch besser ausgesehen! Das groesste Uebel war jedoch dass im ganzen Fort drin – und das Gelaende ist schlicht und ergreifend riesig – keine Getraenke verkauft wurden, und das in der groessten Mittagshitze bei 35 Grad. Ich verstehe nicht wie sie diese Marktluecke noch nicht erkannt haben, ausser ich habe was verpasst und es ist bereits Ramadan (bei Indien kommen wir auch immer zuerst Hindus in den Sinn, wir haben aber unzaehlige Muslime getroffen, das haette ich nicht erwartet)… ich hatte ja noch nie Flasche dabei, aber bei der Hitze war diese schnell leer, ich musste es mir fast einteilen. Arme Sonja die ueberhaupt nichts dabei hatte. Lustigerweise wollte sie nie von meinem Getraenk. Sie macht keinen auf Hindu (die teilen weder Essen noch Getraenke und wenn sie eine Flasche teilen dann trinken sie so daraus dass der Mund die Flasche nicht beruehrt. Nicht ganz einfach, probiert es mal ohne gleich alles auzuschuetten oder zu verschlucken) sondern mag es einfach nicht wenn das Wasser lauwarm ist. Na ja, ich auch nicht besonders, aber besser als verdursten.

Es gibt spannendere Dinge zu sehen als das Red Fort, zum Beispiel die Gandhi-Gedenkstaette. Es hat sogar zwei davon oder unzaehlige, wenn man einfach ‘Gandhi’ liest. Wir standen tatsaechlich zuerst vor der falschen, nur weil hier jeder Gandhi heisst (ich sag nur Mueller, Meier oder im Rheintaler-Fall Hutter, Frei und Sieber). Die eine Staette ist da wo Gandhi erschossen wurde, dort verbrachte er auch die letzten Wochen seines Lebens und man konnte wunderbar nachverfolgen wo er geschlafen hatte und – tragischer- wohin sein letzter Weg auf Erden gefuehrt hat. Dazwischen standen immer wieder Tafeln mit guten Spruechen, zum Teil von Gandhi, zum Teil von anderen Persoenlichkeiten wie Einstein. Mein Favorit ist ‘The only thing that interferes with my learning is my education’ – wer’s versteht. Gibts wohl auch auf Deutsch da es ja von Einstein ist…habe gerade nachgeguckt, aber diesen Spruch nicht gefunden, dafuer einen anderen: Lernen ist Erfahrung, alles andere ist einfach nur Information.

Eine Verwechslung gab es auch fuer uns als wir Humayuns Grab besuchen wollten. Der TukTuk-Fahrer muss irgendwas falsch verstanden haben bzw fuhr einfach zum erstbesten Grab, das war natuerlich genau das Falsche! Wir protestieren dann , blieben fuer den gleichen Preis sitzen und er fuhr uns schlussendlich zum richtigen hin. Also Sachen gibts… peinlicherweise habe ich dann spaeter Postkarten gekauft, nicht genau geguckt und prompt das Bild mit dem ‘falschen Grab’ ausgewaehlt! Es ist mir jedoch erst im Hotel aufgefallen, die sehen aber auch wirklich aehnlich aus. Na ja, die Postkarte habe ich nun verschickt (wer hat sie gekriegt?), denn auch dieses Grab waere sehenswert.

In Delhi liegt alles ziemlich weit auseinander, kein Wunder, die Stadt hat mehr Einwohner als die Schweiz! So gibt es Alt-Delhi, Neu-Delhi und ein paar zusaetzliche Delhi’s, anscheinend hat jeder Herrscher ein anderes gebaut und nun klebt alles zusammen. Die Unterschiede sind aber deutlich sichtbar, waehrend Alt-Delhi das typsich indische Gewusel bietet wurde Neu-Delhi von den Briten erbaut. Das bedeutet verschwenderisch breite Strassen, Allen, voellig untypisch.  Und in Delhi laesst es sich nicht gut laufen, vielleicht haetten wir uns das denken koennen bei der Groesse und Hitze. Aber in New York kann man auch locker vom Central Park bis ganz runter laufen, da gibt es immer wieder was zu sehen. In Delhi ist alles sooo weit auseinander, auf der Karte sieht es wie ein Klacks aus, bedeutet dann aber eine minutenlange Fahrt im Tuk-Tuk. Sogar wenn man die U-Bahn nimmt muss man danach meistens noch ein Tuk-Tuk nehmen um wirklich hinzukommen. Einerseits wegen den Distanzen und andererseits weil wir keine Lust hatten neben 4-spurigen Halbautobahnen zu laufen.

Da wir eh schon in Neu-Delhi unterwegs waren besuchten wir auch gleich noch das Indien-Gate, so ne Art Arc de Triomphe fuer Inder. Auch da wieder ein aehnlicher Ablauf, unglaublich heiss in der Sonne und unzaehlige Inder die Fotos von uns machten. Wir waren schon so eingebildet das wir schon fuer Leute posierten die evtl. nicht an uns interessiert waren sondern tatsaechlich an dem Gate hinter uns. Auf dem vorherigen Blogeintrag (Delhi 1) hat es ein Foto von uns mit zwei ‘Turbanern’, im Hintergrund das India Gate. Die beiden Herren fragten uns auch wegen Fotos an und wir standen wie immer bereitwillig zur Seite. Ihr Fotograf sah ziemlich professionell aus, so drueckte ihm Sonja auch gleich ihre Kamera in die Hand. Der Witz an der Sache: er war professionell! Als wir wieder zu unserem Tuk-Tuk-Fahrer zurueckkehrten trafen wir nochmals auf die beiden Herren die uns schon die fixfertigen Fotos unter die Nase hielten. Jetzt hatten die doch tatsaechlich dafuer bezahlt!! Das ist ja nochmals eine andere Ebene als einfach die Handykamera ins Gesicht halten, ich fuehlte mich also schon ziemlich geschmeichelt. Und die Fotos waren echt gut, nirgendwo guckten wir verkniffen oder blinzelten mit halb geschlossenen Augen  in die Kamera.

Auch eine nette Gegend ist Hauz Khas. Was eh schon halb Deutsch klingt ist eine Ansammlung mit Wassertank, Moschee, Pavillons und Gartenanlage (Hauz Khas heisst ‘royal tank’, also nix mit Deutsch) rund um ein hippes und wohl teures Wohnviertel. Es hat einen tollen Laden nach dem anderem, zum Teil von privaten Designern von denen einer coolere Taschen macht als der andere. Man fuehlt sich ueberhaupt nicht wie in Indien sondern eher wie in New York oder Berlin. Wir assen auch dementsprechend… in einem Bagels-Restaurant gab es fuer mich einen Lachsbagel, also so ziemlich das Untypischste was man sich fuer Indien vorstellen kann. Lachs!

Da es fuer Sonja nach Indien noch in 4 weitere Laender geht entschied sie sich einmal mehr ein Paket nach Hause zu schicken. Bis jetzt hatten wir nur gute Erfahrungen damit gemacht. Das sauteure DHL-Paket aus Nepal war angekommen, so auch die beiden Pakete aus Indien die wir mit der ‘normalen’ Post aufgegeben hatten. So normal wie es halt in Indien geht, denn die Verpackung sieht schon eher ungewoehnlich aus. Anstatt die Sachen in einen Karton zu packen wird alles in einen Sack gesteckt und zusammengenaeht. In der Post hat es jeweils einen Herren der dies ausfuehrt (nett, ein Mann der naehen kann!). Beim Stichwort 'Post' bekam ich die gleiche Horrorvorstellung wie bei ‘Bahnhof’. Beides scheint mir in Indien ueberfuellt zu sein, man muss draengeln und wird weggeschoben, so jedenfalls in meiner Vorstellung. Aber sogar die Hauptpost in Delhi war relaxter als die in Heerbrugg nach 17.00 Uhr. Zuerst naehte der Herr die Sachen zusammen, Sonja fuellte das Formular aus und dann klebte er das Formular mit fluessigem Leim (!!!) aufs Paket. In Indien gibt es ziemlich oft Marken ohne Klebefilm. Dies ist vielleicht besser, wer will die Dinger schon abschlabbern. So hatten wir uns einen Leimstift (Tesafilm…) gekauft, diesen aber im Hotelzimmer vergessen. Tja, was macht man da? Pinsel nehmen und grosszuegig auf der Marke verteilen, dann 15 Minuten warten bis es trocknet. So ne Sauerei, ich sags euch!

Wie bereits erwaehnt hatten wir groesstenteils unseren Frieden, vorallem vor laestigen Maennern. Klar wird man angestarrt, da spielt es wohl fast keine Rolle was man traegt. Als westliche Frau faellt man einfach auf, vorallem bei Sehenswuerdigkeiten die auch von Indern besucht werden die nicht in der Stadt leben und fuer die eh alles ein Abenteuer ist. Aber wirklich laestig war selten einer, abgesehen von den ganzen Tuk-Tuk-Fahrern die einen immer wieder zu einem Shop fahren wollen um danach Kommission einzusacken. Aber sowas hat es nicht nur in Indien, die sind genau so muehsam in Kambodscha und genau so frech in Laos, nur so als Beispiel. Nur einmal – und zwar ganz am Schluss der Reise – mussten wir eine Notluege auspacken. Ein Tuk-Tuk-Fahrer war einfach zu laestig, ich glaube der haette mich auf der Stelle geheiratet wenn es moeglich gewesen waere. Schlussendlich, als es mir wirklich zu bunt wurde, kam ich mit DER Aussage schlechthin: ich bin verheiratet! Gleichzeitig schob ich einen meiner Ringe zu Sonja rueber damit auch sie ‘abgedeckt’ war. Danach hatten wir Ruhe, obwohl er sich beschwerte warum ich dies nicht schon vorher gesagt haette. Zum merken fuers naechste Mal wenn wir wieder in ein Tuk-Tuk steigen: ‘Hallo, wir wuerden gerne zum Indien Gate… ach ja, und wir sind verheiratet’!

So ging dann unser Aufenthalt in Indien langsam seinem Ende zu. Wie schon mal erwaehnt, aber ich muss es immer wieder sagen, wir sind und waren absolut positiv ueberrascht! Obwohl wir den beschwerlichen Weg auf uns nahmen, also keine 2-woechige gefuehrte Kuoni-Tour durch Indien (ohne Seich, die haben wir immer wieder gesehen. In Jaipur hatten sie sogar ne halbe Ambulanz fuer den Notfall dabei. Da weiss man auch gleich wie hoch das Durchschnittsalter ist) sondern uns alles selber erkaempften, Hotels aus dem Reisefuehrer nahmen, Tuk-Tuk-Fahrer abwimmelten usw. werden wir bestimmt wieder zurueckkehren. Indien ist riesig, der Sueden (der ja anscheinend VIEL schooner sein muss), Mumbai, Kashmir (davon schwaermen alle immer wieder. Ich bin da ein wenig zwiespaeltig… hach, schon wieder Vorurteile bevor ich es gesehen habe!), es gibt noch einiges zu sehen.

So kam es dann das Sonja mich ‘verliess’, schoen wars, seufz. Sonja, ich finde wir sollten unbedingt wieder mal sowas machen! Du bist eine tolle Reisekollegin und ich vermisse dich immer noch total. Es fehlt mir halt schon dass wir uns nicht mehr austauschen koennen (hier noch die Hoehepunkte, meistens Insider: WC-Welle, Bisiwasser, magic wind, monkey tempel, looking is free… und ein wenig umschrieben,  aber du weisst schon… Mr. Mars und Mr. Snickers, hehehe… und stabri... oder was ich persoenlich noch lustig fand: anything green or red, hehe). 

Waehrend ich erst am naechsten Tag um 15 Uhr flog musste sie schon 12 Stunden vorher am Flughafen sein. Dies bedeutete fuer mich die erste Nacht alleine seit ziemlich langer Zeit, wie ungewoehnlich! Waehrend sie schon halb in China war wurde ich erst vom Taxi abgeholt. Zuvor war der Verkehr immer relativ fluessig gelaufen, eigentlich erstaunlich fuer 12 Mio Einwohner. Aber genau als ich ‘pressant’ hatte blieben wir stecken. Anscheinend waere der chinesische Praesident im Land und darum wurden verschiedene Strassen gesperrt. Dies bedeutete dass alle anderen sich zusammen durchs Nadeloehr druecken mussten. Der Fahrer meinte er haette 4 Stunden benoetigt vom Hotel zum Flughafen und wieder zurueck. Bekam schon leicht einen Schweissausbruch, das haette mir gerade noch gefehlt. Er meinte dann ich waere ‘lucky’, als ob ich das nicht schon wuesste oder bemerkt haette. Leider vergesse ich es immer viel zu oft und viel zu schnell. So kam ich NATUERLICH rechtzeitig am Flughafen an, konnte ohne Stress einchecken (bekam sogar einen Platz mit Beinfreiheit, also am Notausgang. Sowas ist mir noch nie passiert!) und mich umgucken, noch ein letztes Mal zum mini Café Coffee Day, das letzte Geld in Schoggi und Buecher stecken und dann zum Gate gehen.

Eine lustige Episode passierte dann aber doch noch in Indien, dem Land ohne Regeln wo es alle locker nehmen…ich verstand ja kein Wort, aber bei der Passkontrolle ging es nicht schweizerisch-zackig vorwaerts, so beschwerte sich also ein Inder und der Typ von der Passkontrolle rastete halb aus und haette ihn wohl vor den Augen aller am liebsten fest genommen. Ich konnte nur noch gucken! Dieses Geschrei weil es nicht vorwaerts ging, im Land wo alle draengeln und die Ellbogen einsetzen! Nach fast 5 Wochen in Indien konnte ich fast nicht verstehen was fuer ein Problem die INDER hatten. Der Typ vor mir, ein typischer Inder, erklaerte mir in reinem  posh British English, so das ich ihn fast nicht verstand (habs nicht so mit den Briten, bin mich eher die Amis gewoehnt) um was es ging. Aber wie im Bollywoodfilm bekam ich den Sinn mit, auch wenn man nichts versteht. Leeeeeute, diiiiiese Aufregung! Wir sind zwar am Zoll, aber immer noch in Indien. Spaetestens beim Menschenauflauf – etwa 5 von der Passkontrolle, jener der sich beschwert hatte plus verschiedene Leute die ebenfalls anstanden – bemerkte man das dann wieder. Ich glaube der Inder – Brite – vor mir schaemte sich ziemlich fuer seine Kollegen. Ich glaube er war froh wieder abzureisen. Ich jedenfalls erfreute mich zuerst am nagelneuen Flughafen, dann gings fuer mich ‘nach Hause’ – Nepal wartete auf mich! 

Indien - Delhi 1



Bereits bin ich im Arbeitsleben von Nepal angekommen, zu Beginn war es ein ziemlicher Kulturschock. Aber bevor ich euch von meinen langweiligen Tagen (schlussendlich mache ich nicht mehr als die Meisten von euch, ich arbeite den ganzen Tag. Eigentlich mache ich weniger als die Meisten, den ich habe mich der Nepali-Kultur angepasst, bekannterweise geht’s da nicht so schnell und speditiv sind sie ja schon gar nicht. Aber man kann oder muss sich daran gewoehnen) berichte folgt zuerst noch der letzte Eintrag von Indien. Seufz, so mit ein bisschen Abstand muss ich ja schon gestehen das sich es ziemlich vermisse! Wer haette das gedacht, zuerst jagen uns die boesen Nepalis Angst ein und erzaehlen wie schlimm es dort waere so dass wir fast nicht gegangen waeren und nun bin ich soweit dass ich die Inder schon fast vermisse. Zum Glueck gibt e shier genuegend indisches Essen, und uebrigens auch Inder selber. Sie ‘erkennen’ mich an meinen Bling-Bling-Bangels und merken dass ich in ihrem Land war. Nett J

Sonja und ich waren ja 2x in Delhi, einmal als wir aus Rajasthan kamen, das andere Mal ganz am Schluss vor Abflug. Ingesamt machte dies 6 Tage aus…. Sogar Tuk-Tuk-Fahrer in Delhi haben sich gewundert was wir da so lange wollen, man haette schliesslich in einem Tag alles gesehen. Schoen wenn man selber nicht viel von seiner eigenen Stadt haelt. Der Start in Delhi war jedoch super. Hatten uns die Nepalis vor Indien gewarnt war’s bei Delhi viel schlimmer, JEDER warnte uns davor und erzaehlte wie laut und schrecklich und dreckig es waere und – once again – wie unfreundlich und gestresst die Leute waeren. So rechneten wir mit dem Allerschlimmsten und bemittleideten die Touristen die normalerweise in Delhi landen. Wie viel einfacher musste es da fuer uns sein, mit bereits 2 Monaten Nepal und Indien intus. Wie gesagt, der Start war super. Schon im Zug trafen wir einen Inder der lustigerweise Mitinhaber (hier ist alles ein wenig undurchsichtig…) von unserem Hotel in Jodhpur war. Wie verrueckt ist denn dies? Zuerst dachte ich er erzaehle einfach was, aber es stimmte alles, der Ort, der Eingang wie er ihn beschrieb, das Restaurant usw. So fuehlte er sich uns gegenueber als ehemaligen Gaesten verpflichtet in Delhi ein wenig auszuhelfen. So konnten wir ihm bei der Ankunft am Bahnhof blind folgen und er organisierte uns sogar noch ein heruntergehandeltes (juhu, indischer bzw. Local Preis!) Tuk-Tuk welches uns ohne Murren zum richtigen Hotel fuehrte. So einfach kann das Leben sein. Oder wie die Inder selber immer sagen, wer gut ist strahlt dies aus und zieht gutes an, hehe.

In Delhi hatten wir bereits fuer beide Aufenthalte ein Hotel organisiert. Es war zur Abwechslung auch mal nett einfach ne Adresse vorzuweisen ohne lange zu gucken ob es auch wirklich Platz hat bzw. den niedrigen Anspruechen gerecht wird. Das Hotel befand sich in Paharganj, der Touristengegend mit allerlei Laeden, Restaurants und dementsprechend auch Bettlern, Staub und Schmutz. Unser Hotel lag ein wenig abseits und wir mussten ca. 50 Meter durch mehr oder weniger Kloake laufen. Hinter einem Garagentor (!) befand sich eine Muellhalde, aber auch die Strasse war mehr oder weniger bedeckt und es wimmelte nur noch so von Fliegen. Nur mit einmal kraeftig Atem anhalten und zuegig laufen (nicht moeglich im Gedraenge) kam man durch. Unerklaerlich wie einen Verkaeufer im groessten Gestank noch bitten koennen die Auslage anzugucken! Das Verrueckteste an der ganzen Sache ist aber dass die Strasse waehrend unseres Aufenthaltes gereinigt und geteert wurde. Eine Woche spaeter war vom Muell und Gestank nicht mehr viel uebrig, zum Glueck hatten wir vorher vom ‘Eingang zur Hoelle’ noch Fotos geschossen, das wuerde uns sonst niemand glauben. Die Strasse sah echt so aus wie man sich das schlimmste Indien vorstellen wuerde.

So hatten wir also ein relative ruhiges Hotel in einer geschaeftigen Gegend und sogar das Fruehstueck war inbegriffen. Dies fanden wir dann bald nicht mehr lustig, das Essen war zwar super, aber der Service brachte uns fast um den Verstand. Bei 35 Grad erwartet man dass die Getraenke VOR dem Essen serviert werden, vorallem wenn man fast eine Stunde aufs Essen warten muss. Lustigerweise stand auf der Speisekarte dass man ‘nur’ 30 Minuten warten muesste und Essen welches bestellt ist muesste man auch bezahlen. Wir nahmen mal an dass es da schon Reklamationen gegeben hatte, den 60 Minuten war schon hart an der Grenze, vorallem wenn man durstig war. Es ist ja nicht so dass wir es dem Kellner nicht gesagt haetten, aber er verstand es einfach nicht! So kam es auch dass wir beide einmal Chicken Boneless (ohne Knochen) bestellten. Hei war das ein Theater! Sonja wollte nur wissen ob auch wirklich keine Knochen dran waren und der Kellner klaerte es ab und meinte sie koennte ihr Lemon Chicken aus separate haben, das Huehnchen und die Zitrone wunderbar getrennt. Herrlich!! Ich fands dann weniger lustig als das Essen serviert wurde und bei mir – natuerlich – Huhn mit Knochen drin war. Ich versuchte mich noch zu beschweren, aber es brachte eh nichts, wer kein Englisch kann versteht es einfach nicht. Also zuruecklaecheln und sich ergeben!

Ansonsten waren die ersten beiden Tage in Delhi wirklich erfrischend. Wir fanden alle wahnsinnig nett da uns die Leute zum Teil unaufgefordert den Weg zeigen wollten, der eine brachte uns bis zu unserem geliebten indischen Starbucks und wir dachten schon er wuerde mit reinkommen, aber er wollte uns wirklich nur den Weg zeigen. Ein anderer handelte fuer uns das Tuk-Tuk zu einem ansprechenden Preis runter, wirklich erstaunlich. Ein paar Tage spaeter jedoch wollten uns die Leute immer noch zur naechsten Shoppingmall fuehren, also spaetestens beim 3x fiel es dann auf. Wir koennen aber nicht sagen ob die Leute dort angestellt waren oder einfach nur Kommission einhandeln, alles ein wenig sonderbar. Jedenfalls war ich mit der Zeit ziemlich allergisch auf die Frage ob wir shoppen wollen er wuesste da noch eine tolle Shoppingmall. Kein einkaufen, das hatten wir eigentlich eh schon in Rajasthan erledigt.

Auch ohne Shoppen gibt es in Delhi einiges anzugucken. Zuerst holten wir mal den Jantar Mantar, so ne Art astronomische Sternwarte aus dem Jahre 1724, nach, dessen Namenskollege war ja in Jaipur an Holi geschlossen gewesen. Es war hauptsaechlich unglaublich heiss, in einer Grossstadt fuehlen sich 35 Grad noch einmal anders an als in der Wueste. Der Mix aus dichtem Verkehr, vielen Leuten, ,heissem Asphalt und schlechter Luft setzte uns meistens zwischen 11 Uhr und 15 Uhr ausser Gefecht. So liefen wir beim Jantar Manta nur ein wenig rum, sassen aber meistens im Schatten und erholten uns oder standen dann fuer eine Fotosession zur Verfuegung. Es ist nahezu extreme und unglaublich wie oft wir abgelichtet wurden. Darueber koennte man einen ganzen Blogeintrag schreiben. Die einen haben uns auffaellig die Handykamera ins Gesicht gehalten, die anderen haben anstaendig gefragt und uns dann fuers Foto umarmt, wieder andere haben ihre Kollegen neben uns gestellt und dann ein Foto von uns gemacht, wieder andere haben uns die Kinder in den Arm gedrueckt (Sonja's Aufgabe!) und oft kamen ganze Reisegruppen wo es dann 5 bis 10 Minuten dauerte bis JEDER einzeln mit uns auf dem Foto war. So auch im Jantar Mantar wo un seine Reisegruppe aus Hyderabad belagerte. Ich fands aber irgendwie nett, in der Schweiz macht kein Mensch Fotos von uns, uebrigens auch sonst in keinem Land. Lese gerade ein total lustiges Buch ueber Indien von einer Australierin (Sarah MacDonalds ‘Holy Cow’) die dorthin gezogen ist. Sie schrieb auch : famous for being white. So ist es genau!

Auch toll in Delhi ist der Connaught Place, der kommt westlichen Vorstellungen von Einkaufen am naechsten. Auch wenn die Inder ‘Shoppingmall’ sagen meinen sie nicht dasselbe wie wir. Nach 5 Monaten in Asien hatte ich schon fast damit gerechnet, habe ich in dieser Zeit doch wirklich nur tolle Einkaufszentren in Bangkok gesehen sowie eine Luxusmall in Saigon. Ansonsten nada…  einkaufen in Indien und Nepal ist immer noch ‘alles muehsam zusammen suchen’, in Indien ist es fast noch schlimmer als hier im touristischen Kathmandu oder Pokhara. Es gibt tatsaechlich Laeden a la Migros oder Coop wo man Suessigkeiten, Shampoo, Taschentuecher, Chips und Co findet. Fuer Fruechte oder Gemuese (brauche ich aber weniger, ich koche ja nicht) muss ich hier in Kathmandu auf der Strasse nach den Haendlern mit ihren Fahrraedern Ausschau halten. Dumm dass es die letzten 3 Abende immer regnete sobald ich fertig war mit arbeiten. Das heisst die Haendler sind weg, wer will schon nass werden. Und wenn man dann endlich mal einen gefunden hat muss man auch noch um die Bananen und Trauben handeln! Ausser diesen beiden Sorten gibt es auch noch Aepfel (Mandarinli-Saison ist auch hier durch), Granataepfel (ich habe mal gelesen man muss aufpassen beim Essen da sich die Farbe nicht auswaschen lassen wuerde.. .und ich kann die  Dinger eh nicht anstaendig essen, schon gar nicht im Hotelzimmer auf dem Bett ohne Hilfsmittel) und irgendeine Art Melone – vielleicht sind es auch Papaya, in Indien waren sie jedenfalls riiiiiiiiesig.

Am Connaught Place gab es unter anderem Nike, einen Apple Store (wer’s braucht, gaell Sonja) und unseren Indien-Starbucks namens Café Coffee Day. Super Erfindung, es gibt alle Arten von heissem und kaltem Kaffee, dazu Eistee, Fruchtgetraenke, Sandwich, Muffins und was man halt alles noch so liebt. In den groesseren Filialen kann man sogar ‘anstaendig’ Essen, also Salate (mein erster seit langer, langer Zeit!) oder Glace (in diesem Fall ‘anstaendige’ Glace, man weiss ja sonst nicht was man kriegt. Es wird ja normalerweise nicht empfohlen Glace in Indien zu essen, aber CCD kann ich nur empfehlen). Das tolle an diesen CCD ist auch noch das sie Klimaanlage haben und andes als in Amerika ist sie nicht auf Kuehlschranktemperatur eingestellt sondern gut aushaltbar wenn man nicht gerade darunter sitzt. So kam es dass wir praktisch taeglich drin waren, immer wieder mal eine andere Filiale, meistens aber die grosse Louge die sich richtig westlich anfuehlte. Was wir erst spaeter bemerkten: die ganze Menukarte gibts nur auf Englisch!! Die Kette nimmt also automatisch an dass die Leute gebildet sind (= Geld haben und sich den nicht ganz guenstigen Kaffee leisten koennen) und Englisch lesen und verstehen koennen. Es klang dann ziemlich witzig als die Inder untereinander (Kellner und Gaeste) auf Englisch bestellt haben, man muss sich dies mal bei uns zu Hause vorstellen!

An diesem Connaught Place sind auch keine Velorikscha’s erlaubt, das heisst man kommt nur mit dem TukTuk oder dann mit der U-Bahn hin. Ooooh, U-Bahn, eine ganz neue Erfahrung fuer mich! Lang lang ist’s her, auch das war das letzte Mal in Bangkok. Die Metro ist erstaunlich modern und das Beste daran: es hat Frauenzuege! Ganz am Anfang bzw am Ende hat’s einen Waggon nur fuer Frauen, wohl weil die Maennchen ihre Finger da haben wo sie nicht sollten. Ich muss dazu aber sagen dass wir selten eine schlechte Erfahrung gemacht haben, ausser da an der Grenze in Amritsar ist uns keiner zu nahe getreten. Die haben sich wohl nicht getraut J Wir sind dann trotzdem immer in den Frauenzug, den es koennte schon relativ eng werden in solch einem Abteil vollgestopft mit Maennern.  Eine groessere Station befand sich am Connaught Place, welches eigentlich so eine Art Kreisel ist wo man sich staendig verlaeuft da man nicht weiss ob man sich nun im Sueden oder Norden befindet. Dementsprechend sind die Gebiete auch mit Nummern versehen, also A oder N oder was auch immer. Es gibt einen inneren und aeusseren Kreisel und ganz in der Mitte befindet sich ein Park, sprich Gruenflaeche. Bei unserem zweiten Besuch in Delhi bekam dieser Zuwachs, die Berlin-Baeren waren angekommen! Es herrschte ein ziemlicher Trubel und alle wollten die Baeren fotografieren. Wir gingen die Parade sicher 2x durch, nur um festzustellen dass es von fast jedem Land einen hatte, aber gerade Nepal und Laos fehlten. Dafuer war der Ami umso schooner (Freiheitsstatuen-Baer) und der Schweizer war auch nicht zu verachten (mit Wilhelm Tell vorne drauf, brav in rot).  Wir machten dann Fotos vor dem Indien-Baer und kamen mit einem Einheimischen ins Gespraech der ziemlich gut informiert war. Er wusste alles ueber die Minarettiniatitive und kannte sogar die Plakate der SVP. Ups!

Noch ein Wort zu meinem Stabri-Lassi, ich habe das Foto schon in Facebook gepostet aber anscheinend findet dies KEIN MENSCH lustig. Wir sind fast von den Stuehlen gefallen vor lachen. Man sieht es ja immer wieder hier in Asien dass die Menukarten und Schilder voller Fehler sind, aber diese Karte schlug alles um Laengen. Ich wollte mir einen Lassi bestellen, fand ‘stabri’ inmitten von ‘papaya’ und ‘banana’ aber ein wenig … ungewoehnlich. Sonja meinte ich soll einfach bestellen, ha, als waere sie die Mutige wenns ums Essen geht (viele Gruesse hiermit nach China! Ich fress ja eh alles, nicht wahr? Sooo schlimm kann Stabri ueberhaupt nicht sein). Hab dann doch nachgefragt… ich sag aber nicht was es war, ihr duerft raten! Auch toll sind die barcat binas, also baked beans oder hasan potato, also hashed potatoes oder dann sunilly star fried and lam stik… das haben wir bis heute nicht ganz rausgefunden. Stik ist Steak und das sunilly star fried koennten fried eggs sunny side up sein. Man weiss es nicht so genau. Sonja musste auch lernen das man viele Sachen einfach nie erfahren wird und dann stellt man fest das es auch ohne Antwort geht. Soooo wichtig ist es schlussendlich ja doch nicht. Schon vor drei Jahren bei der Gastfamilie wurde ich oft im Dunkeln gelassen und jetzt hier in Nepal schon wieder. Einfach nicht zuviel fragen… fragen duerft ihr jedoch wieso das hier Delhi 1 heisst… es wurde einfach zuviel, ich muss es aufsplitten. Naechstes Mal folgt also der Rest. Bis dann, schoene Ostern und viel Spass beim Schoggiosterhasen verputzen! Ich denk an euch!



Paharganj, die Gegend vor unserem Hotel von oben

Jantar Mantar
Juhu, Glace (und zwar nicht die vom CCD, wir haben's aber doch gewagt... war ja abgepackt)
Wie immer wurden wir von Unbekannten fotografiert, hier vor dem India Gate

Das Humayun's Tomb (Grab)

Die Berlin-Bären sind in Delhi! Hier vor dem Inder

Englische Sprache, schwierige Sprache... oder was ist ein Stabri Lassi?

Sonntag, 1. April 2012

Indien - Jaisalmer, Amritsar

Bereits bin ich in Nepal, aber dank des Laptops den ich vom Buero jeweils ueber Nacht mitnehmen darf und auch dank des WIFI im Hotelzimmers bin ich nun wunderbar online und kann in aller Ruhe am Blog schreiben. Ist es nicht herrlich... und sowas in Nepal.

Steckengeblieben bin ich blogtechnisch in Jaisalmer. Sonja und ich kamen mit dem Bus von Jodhpur, die Fahrt dauerte zum Glueck nur 6 Stunden obwohl uns gesagt wurde sie wuerde 8 Stunden dauern. Wir hatten da eh Glueck, kein einziger Bus oder Zug startete mit grosser Verspaetung, oft sogar auf die Minute genau, fast beaengstigend. Und oft kamen die Zuege auch zu frueh an. Es herrschte jedenfalls eine Affenhitze, die Klimanalage wird jedoch erst bei 40 C eingeschaltet. Was sind schon laecherliche ca. 36 C in der Wueste wenn sie bis zu 50 C haben? Schlicht und ergreifend unvorstellbar, aber anscheinend fluechten auch viele Bewohner im Sommer aus Jaisalmer. Einer zum Beispiel hatte uns gesagt er wuerde den Laden in zwei Wochen schliessen und dann in die Berge gehen wo es angenehmer ist. Das koennen wir wohl nur unterschreiben.

Auf der Busfahrt gab es schon einiges zu sehen. Eigentlich wollten wir (ich... denn im Zug hats wenigstens eine Toilette, im Bus muss man immer hoffen das er anhaelt und meistens muesste ich eh vorher schon dringend mal) mit dem Zug reisen, aber wie schon mal erwaehnt sind sie in Indien ueberhaupt nicht flexibel, vorallem wenn man mit den eher luxerioesen AC-Zuegen (mit Klimaanlage) reist. Diese sind eher fuer die reicheren Inder und die Touris und haben ausser einer Klimaanlage auch ein Bett mit Bettbezug, waehrend man in der Sleeperklasse wohl zusammengepfercht auf Holzbaenken schlaeft. Ehrlich gesagt haben wir es nie ausprobiert. Es hat auch meinstens nur einen oder zwei AC-Wagen die dann auch dementsprechend schnell ausgebucht sind. Zum Teil haben wir 10 Tage im Voaus gebucht und gerade noch die letzten Plaetze erhalten. Ich muss ja nicht erwaehnen dass es endlos Sleeperwaggons hat... immerhin sieht man auf der Busfahrt mehr. Da steigen Einheimische mit Turbanen ein, Maenner mit mehr Schmuck an den Fingern als ich, man sieht freilaufende Kamele durchs Fenster und erfreut sich daran einen Sitzplatz zu haben waehrend die Einheimischen am Boden sitzen oder eine Stunde lang im rumpelnden Bus rumstehen.

In Jaisalmer angekommen ging's dann ruckzuck, wir hatten bereits eine Hotelreservation und wurden abgeholt. Wie praktisch! Das Zimmer war dann auch unglaublich guenstig, wir durften den Preis fast selber bestimmen. Dafuer war dann die Kamelsafari die wir im Hotel buchten dementsprechend teuer, aber das muss wohl so sein. Ansonsten hatten wir die ganzen 4 Wochen das Gefuehl wir wurden nie richtig uebers Ohr gehauen, jedenfalls nicht so dass man sich selber an den Kopf greifen muesste und sagen 'sind wir doof'. Klar waren die Preise fuer Souvenirs und aehnliches nicht superguenstig, aber trotzdem nicht ueberrissen und auf jeden Fall viel guenstiger als zu Hause. Es ist manchmal schwer einzuschaetzen wieviel man bezahlen muss oder sollte, kriegt man doch fuer ein paar Franken ein Abendessen fuer 2. Dafuer sind die Hotelzimmer viel teurer als angenommen, es ist fast eines der teuersten Laender bis jetzt. Ich muss dazu aber sagen dass die Qualitaet auch meistens stimmte, also von wegen heisse Dusche, bequeme Matratzen, ruhige Lage usw.

In Jaisalmer wohnten wir im Fort drin. Dies ist zwar anscheinend nicht ideal da das Fort bzw. der Untergrund nicht fuer viel Abwasser gemacht wurde. Damals gabs es noch keine Duschen, Touris und Restaurants die andauernd irgendwo einen Wasserhahn laufen lassen. Es hat unzaehlige Laeden und Hotels im Fort drin und es ist manchmal schon fast klaustrophobisch wenn man durch die engen Gaesschen geht und den Verkaeufern 'just looking. Looking is free. Come my shop' nicht wirklich ausweichen kann. Ich hatte auch das Gefuehl die Maenner waeren in Jaisalmer am anstrengendsten gewesen, das liegt wohl eben daran dass die Gassen halt nur 2 Meter oder so breit sind. A propos Maenner, der Hotelbesitzer, ein Inder, hatte strahlend gruene Augen und auch der Koch. Wir dachten dann natuerlich sie waeren Brueder, aber dies ist nicht der Fall. Da hat man gleich in einem Hotel 2x gruene Augen, sieht echt 'nett' aus mit der dunklen Haut, hehe.

Wir haben dann eben eine Wuestentour gebucht, diese dauerte ca. 9 Stunden und beeinhaltete eine Kamelsafari, der Hoehepunkt des ganzen Aufenthaltes. Nach den Elefanten in Laos (dieses Halbfiasko) war ich gespannt wie sich die Kamele anfuehlen wuerden. Ob sie bequemer sind? Es sieht ja nicht unbedingt danach aus, vorallem wenn man zuguckt wie die aufstehen. Zuerst haut es einen gegen hinten fast raus, dann gegen vorne. Danach sitzt man dann aber relativ bequem drauf und nach einem Weilchen fuehlt es sich an wie auf einem... hohen... Pferd. Aber es dauerte ein Weilchen bis ich mich an die Schuettlerei gewoehnte. Ich getraute mich zuerst gar nicht den Sattel loszulassen, wo anders konnte man sich ja nicht festkrallen. Dem Elefanten standen wenigstens noch die struppigen Haare zu Berge und den konnte man auch mit den Beinen besser umklammern. Die Kamele waren irgendwie auch gemeiner, ich glaube meines mochte mich nicht. Es fletschte die Zaehne als ich fuer ein Foto naeher kam, also nix von wegen streicheln und so. Dann eben nicht, die Elefanten bekamen sogar noch was zu futtern!

Den Sonnenuntergang guckten wir uns ebenfalls in der Wueste an. Leider wurden wir von irgendwelchen komischen Sandkaefern gestoert. Es ist unglaublich, die Viecher hatten es echt auf uns abgesehen. Es waren so ne Art Maikaefer, nur wuselnd im Sand. Staendig krochen sie zu uns, obwohl es ja willsgott genuegend Platz in der Wueste (!!) haette. So mussten wir sie immer wegschubsen bzw. aufstehen und den Platz wechseln. Kaum sassen wir wo anders kamen sie wieder zu uns! Tolle, romantische Stimmung... dafuer war ein Typ mit kuehlenden Getraenken unterwegs, es gab Bier, Cola und Co. Das laufende Restaurant, kommst du nicht zu ihm kommt es zu dir.

Am naechsten Tag gingen wir auf den lokalen Markt da ich es mir ja in den Kopf gesetzt hatte so einen bling-bling Schal wie ihn die 'locals' haben zu kaufen. Ich habe wirklich selten zuvor solch farbige Saris und Gewaender gesehen wie in Rajasthan. Das macht meine Augen gluecklich, hauptsache farbig und glaenzend, bin ganz nervoes geworden. Man sah die lokalen Frauen immer wieder mit diesen Schals, sie tragen sie sogar ueber das Gesicht. Dummerweise waren es die Schals die zum traditionellen Sari dazugehoeren, also nicht unbedingt etwas was ein Tourist kauft. Ich fand dann aber tatsaechlich einen Laden der mir nur den Schal verkaufte, der Rock und das Oberteil sahen zwar super aus (bling bling spezial), aber das waere ausser an Fastnach viiiiiiiiiiiel zu auffaellig.

Den groessten Teil des Tages verbrachten wir aber mit rumrennen fuers Zugticket. Wir wollten von Delhi aus noch nach Amritsar und dann wieder zurueck. Nicht viel verlangt, aber wieder waren alle Zuege ausgebucht, die Busse endlos lange und toilettenlos, die Fluege teuer (wer fliegt schon freiwillig Air India??) und die privaten Taxis (wir waren wirklich verzweifelt, da denkt man an alles. Die Taxis halten wenigstens an wenn ich muss) sauteuer. Schlussendlich fanden wir einen Zug Amritsar - Delhi und befreundeten uns mit dem Gedanken einen Bus in Delhi zu buchen. Natuerlich kann man den Bus wieder erst vor Ort buchen, dafuer haben die immer Platz. Als wir schon lange nicht mehr daran glaubten fand dann ein anderes Reisebuero doch noch Plaetze im Zug Delhi - Amritsar. Hurra, es geschehen noch Wunder!

Die laengste Zufahrt hatten wir mit Jaisalmer - Delhi ja noch vor uns. Es war ein spezielles Ticket und der Typ vom Reisebuero anno dazumal in Udaipur meinte wir muessten 3 Stunden vor Abfahrt ins Internet reingucken um die Sitzplatznummern zu erfahren. Das taten wir dann auch und entdeckten zum ersten Mal dass unser Platze auf WL sind... das steht fuer Waitinglist... uebersetzt Warteliste (das versteht wohl eh jeder). Wir bekamen fast die Krise, alles gepackt, ausgecheckt, 18 Stunden Zugfahrt vor uns und die Plaetze sind nur provisorisch? Was hatte der uns vekauft???? Leider sah man auch 2 Stunden vor Abfahrt nichts, so dass wir wohl oder uebel ins Hotel zurueckkehren mussten, schon mal Mittagessen runterdruecken (wer weiss schon wenn es wieder was gibt. Im Zug kamen die Verkaeufer meistens dann wenn man nichts brauchte. Aber wie gesagt, saubere Toiletten hats!) und abwarten. Ich hasse warten. Irgendwann kam dann unsere Eh-schon-Hilfe daher, naemlich der Typ vom Reisebuero der uns den Zug Delhi - Amritsar organisiert hatte. Alles i.O., wir waren dabei!! Wir waren echt froh, denn der ganze Zeitplan waere durcheinander geraten, ausserdem hatten wir in Delhi ebenfalls schon ein Hotel reserviert. Er ist nun mein neuer Facebook-Kollege :-))

Die Fahrt selber war dann wirklich eeeendlos, aber wir hatten Glueck mit unserem Abteil. Eine Familie mit zwei nervigen Kindern. Sogar Sonja meinte sie wuerden nerven. Das klingt nun ein wenig ironisch, aber besser kleine Kinder als gaffende Maenner. Hier lasse ich nun schnell was aus, denn wir kamen ja von Jaisalmer in Delhi an und blieben 2 Tage. Danach gings eben nach Amritsar, das folgt hier, danach ging es wieder fuer 4 Tage nach Delhi. Das heisst der Delhi-Blog folgt noch...

Das Dumme an den Zuegen (die mit den... fuer Isi erwaehne ich es hier nochmals... Toiletten. Das ist ein Insider, hehe) ist dass sie zu den unmoeglichsten Zeiten abfahren. Dieser war um 4.30 Uhr, wie gemein ist denn das? Dies bedeutete fuer uns aufstehen um 3 (DREI) Uhr, auschecken und halb kaputt zum Bahnhof fahren. Zum Glueck waren es ja AC-Zuege, als mit eigenem Bett. Einmal mehr hatten wir Glueck, statt einem 6-er Abteil bekamen wir je ein Bett draussen im Gang. Klingt zwar als waere dies muehsamer, ist aber nicht so. Denn draussen im Gang hat jedes Bett einen Vorhang und es sind nur zwei uebereinander. Bei den 6-er Abteilen sind 3 uebereinander und man kann echt nicht aufrecht drin sitzen. Moechte der mittlere lieber sitzen kann er sein Bett zuklappen und beim untersten auf das Bett sitzen. Waehrend dem Tag sitzen also meistens drei Leute auf dem untersten Bett und erst gegen Abend werden alle 'Naeschter' aufgeklappt. Am praktischen ist da das oberste Bett, dieses bleibt immer offen. Dafuer kommt man fast nicht rauf (kletter, kletter) und man kann eben auch nicht gerade sitzen da man oben sonst schon fast ans Dach des Zuges stoesst. So aber hatten wir keine Probleme da wir im Gang oben lagen... und dies fuer 12 Stunden. Praktisch!!

Das Hotelzimmer in Amritsar hatten wir ebenfalls schon vorreserviert, ein Super Deluxe auf normalem, europaeischen Standart. Immerhin... es gab aber weder das versprochene Shampoo und andere Gimmicks und sogar das WIFI musste man teuer dazu bezahlen, pro Stunde oder pro 24 Stunden. Eine Frechheit. Das Hotel selber lag ca. 500 Meter vom Goldenen Tempel weg. Mitten im Gemuese und zwar mitten. Das Gehupe und der Verkehr war schon fast Delhi-maessig wenn nicht noch schlimmer. Wir fragten uns echt ob wir die Fenster geschlossen hatten. Ich verstehe nicht wie Sonja ohne Ohrstoepsel schlafen konnte.

Amritsar ist wieder eine ganz andere Ecke Indiens. Haben wir vorher immer wieder Muslime und natuerlich Hindus getroffen waren es nun hier die Sikh, das sind die mit dem Turban. Ausser dem Turban tragen sie auch lose Unterwaesche (das koennen wir bestaetigen. Beim Tempel haben sie sich naemlich immer gewaschen und da haben wir unauffaellig hingeguckt. Gloooooooootz, machen sie ja auch bei uns), Haare die nicht geschnitten werden (inkl. Gesicht) und einen Saebel (es waeren 5 Dinge, aber der Rest faellt mir gerade nicht ein). Die Juengeren tragen noch keinen richtigen Turban sondern so ne Art Verband um den Kopf. Da die Haare vorne am Kopf zusammengebunden werden sehen sie aus wie kleine Schluempfe (Sonja's Idee, aber trifft es genau). Am tollsten fanden wir dann natuerlich die Smurfs mit dem weissen Verband, die waren sozusagen authentisch. Einmal haben wir zwei arme Kerle zu uns hingezogen und Fotos mit ihnen gemacht. Normalerweise war es immer andersrum, die Inder fotografierten uns. Versteckt aus dem Hinterhalt oder sie drueckten uns das Kleinkind in den Arm oder die Frau an die Seite oder irgendwelche Pubertierenden stellten sich neben uns, ganze Familien, Ausfluegler, Kollegen. Oft standen Trauben von Leute um uns rum und jeder wollte mal aufs Foto mit uns. Wir haben ohne Seich hunderte von Fotos gemacht, unzaehlige Haende geschuettelt und Auskunft gegeben. So muss es als Star sein, manchmal fror uns fast das Laecheln ein. Wir hatten es aber lieber wenn sie fuers Foto fragten, so konnten wir die Sonnenbrille noch laessig ins Haar stecken, schliesslich moechten wir 'ne Falle machen', weiss Gott wer die Fotos noch zu sehen kriegt!!

Vor unserem Hotelfenster pilgerten stundenlang Sikhs vorbei, alle auf dem Weg zum Goldenen Tempel. Natuerlich waren wir auch deswegen gekommen! Es hatte dann auch dementsprechend Leute dort, unglaublich, in der groessten Mittagshitze. Der Eintritt war zwar gratis, aber um ganz rein zu kommen haetten wir bestimmt 2 Stunden lang anstehen muessen, fuer ehrlich gesagt... nicht sehr viel. Wir wurden dann aber von einer Familie mit reingezogen, es war dann eine win-win Situation. Wo andere rauskamen drueckten wir uns ganz offiziell einfach rein. So kam die Familie dank uns schneller rein... und wir ebenfalls dank ihnen. Ich moechte nun nicht erwaehnen dass die Frauen danach weggeschickt wurden und die beiden Maenner die ganze Zeit darauf beharrten 'do you need rest? Wanna go to your room? Together??). Wir wurden sie zum Glueck dann doch noch los, als sie mit uns zur Grenze fahren wollten verabschiedeten wir uns schnell. Wir waeren vielleicht die ersten Touris gewesen die man in Indien kidnappen wuerde und nach Pakistan verschleppen. Und dann hiesse es wieder: warum sind die soooo doof und gehen auch nach Pakistan? Man WEISS es doch!

Wir gingen dann aber doch noch zur Grenze, das gehoert sich dort einfach. Dies scheinen auch alle Inder zu wissen. Es wurde uns gesagt es waere viel los, aber ist nicht ueberall viel los in Indien? Aber es war WIRKLICH viel los, unzaehlige Menschen warteten dicht gedraengt auf die Schliessung der Tore. Ich wartete eigentlich auf die Hymnen, aber die wurden nicht mal gespielt. Das Spektakel war schon einmalig, leider stand ich meistens auf den Zehenspitzen und war nach einer Stunde absolut durchgeschwitzt. Zum Teil lief den Maennern (Frauen hatte es ja keine ausser uns...) der Schweiss im Gesicht runter, aber auch ich fuehlte mich wie frisch geduscht. Der Hoehepunkt war dann fuer die um mich rundherum als die Tore geschlossen wurden, eine riesige Aufruhr bestand und alle wegstroemten und die ganz schlauen den Moment nutzen und mir ins Hinterteil kniffen. Wer es gewesen ist habe ich natuerlich nie gesehen... pfffffff, Frechheit.

Zurueck nach Delhi ging es dann wieder im Zug, aber dieses Mal dauerte die Fahrt statt 12 Stunden nur 6. Das kommt davon wenn man nicht an jeder Fuedlistation anhaelt und 10 Minuten wartet. Wieder war die Abfahrt unglaublich frueh, aber wir hatten dieses Mal sogar 1AC Sitze, der absolute Luxus wo das Essen inbegriffen ist. Wir freuten uns schon total auf das Bett und mussten wirklich nur an den Bahnhof kommen. Leider hatten wir nicht damit gerechnet dass es tatsaechlich Sitze sind, der Zug sah auch wie ein Business-Class-Flieger, so ungefaehr. Viel Beinfreiheit, gratis Zeitung, gratis Essen und Getraenke und.... hehe... gratis Toiletten. Von dem her wars schon super und irgendwann schliefen wir sogar in den Sitzen erschoepft ein. Zuerst Sonja, wie immer mir Meilen voraus, und dann ich. Gute Nacht... see you in Delhi again!


Das Fort in Jaisalmer, unser Hotel war drin. Ich glaube es ist das einzige, bewohnte Fort in Indien

Die Reservationsliste fuer die Zuege haengt immer an den Stationen aus. Und siehe da, wird sind dabei (leider ist mein Name zu lange, immerhin haben sie den vorderen Teil richtig geschrieben...)

 In Jaisalmer vor dem Internetcafe. Wohl eines der wenigen Laender der Welt wo ich Maenner in Scharen anziehe, hehe. Staendig bildete sich eine Traube um uns rum und wir fragten uns was die alle wollen... zuschauen, zugucken, rumstehen

Auf Kamelsafari

In Amritsar im Goldenen Tempel. Amritar liegt im Staat Punjab, hier leben die meisten Sikh (unschwer am Turban zu erkennen)

Der Goldene Tempel hoechstpersoenlich



Abgekaempft an der indisch-pakistanischen Grenze (meine Flagge hat ganz schoen gelitten, siehe auch Foto unten)

 Im Gewuehl, die Touris und Fragen sind alle irgendwo anders, nur Sonja und Nadine... und tausende von indischen Maennern... sind hier