Samstag, 7. April 2012

Indien - Delhi 1



Bereits bin ich im Arbeitsleben von Nepal angekommen, zu Beginn war es ein ziemlicher Kulturschock. Aber bevor ich euch von meinen langweiligen Tagen (schlussendlich mache ich nicht mehr als die Meisten von euch, ich arbeite den ganzen Tag. Eigentlich mache ich weniger als die Meisten, den ich habe mich der Nepali-Kultur angepasst, bekannterweise geht’s da nicht so schnell und speditiv sind sie ja schon gar nicht. Aber man kann oder muss sich daran gewoehnen) berichte folgt zuerst noch der letzte Eintrag von Indien. Seufz, so mit ein bisschen Abstand muss ich ja schon gestehen das sich es ziemlich vermisse! Wer haette das gedacht, zuerst jagen uns die boesen Nepalis Angst ein und erzaehlen wie schlimm es dort waere so dass wir fast nicht gegangen waeren und nun bin ich soweit dass ich die Inder schon fast vermisse. Zum Glueck gibt e shier genuegend indisches Essen, und uebrigens auch Inder selber. Sie ‘erkennen’ mich an meinen Bling-Bling-Bangels und merken dass ich in ihrem Land war. Nett J

Sonja und ich waren ja 2x in Delhi, einmal als wir aus Rajasthan kamen, das andere Mal ganz am Schluss vor Abflug. Ingesamt machte dies 6 Tage aus…. Sogar Tuk-Tuk-Fahrer in Delhi haben sich gewundert was wir da so lange wollen, man haette schliesslich in einem Tag alles gesehen. Schoen wenn man selber nicht viel von seiner eigenen Stadt haelt. Der Start in Delhi war jedoch super. Hatten uns die Nepalis vor Indien gewarnt war’s bei Delhi viel schlimmer, JEDER warnte uns davor und erzaehlte wie laut und schrecklich und dreckig es waere und – once again – wie unfreundlich und gestresst die Leute waeren. So rechneten wir mit dem Allerschlimmsten und bemittleideten die Touristen die normalerweise in Delhi landen. Wie viel einfacher musste es da fuer uns sein, mit bereits 2 Monaten Nepal und Indien intus. Wie gesagt, der Start war super. Schon im Zug trafen wir einen Inder der lustigerweise Mitinhaber (hier ist alles ein wenig undurchsichtig…) von unserem Hotel in Jodhpur war. Wie verrueckt ist denn dies? Zuerst dachte ich er erzaehle einfach was, aber es stimmte alles, der Ort, der Eingang wie er ihn beschrieb, das Restaurant usw. So fuehlte er sich uns gegenueber als ehemaligen Gaesten verpflichtet in Delhi ein wenig auszuhelfen. So konnten wir ihm bei der Ankunft am Bahnhof blind folgen und er organisierte uns sogar noch ein heruntergehandeltes (juhu, indischer bzw. Local Preis!) Tuk-Tuk welches uns ohne Murren zum richtigen Hotel fuehrte. So einfach kann das Leben sein. Oder wie die Inder selber immer sagen, wer gut ist strahlt dies aus und zieht gutes an, hehe.

In Delhi hatten wir bereits fuer beide Aufenthalte ein Hotel organisiert. Es war zur Abwechslung auch mal nett einfach ne Adresse vorzuweisen ohne lange zu gucken ob es auch wirklich Platz hat bzw. den niedrigen Anspruechen gerecht wird. Das Hotel befand sich in Paharganj, der Touristengegend mit allerlei Laeden, Restaurants und dementsprechend auch Bettlern, Staub und Schmutz. Unser Hotel lag ein wenig abseits und wir mussten ca. 50 Meter durch mehr oder weniger Kloake laufen. Hinter einem Garagentor (!) befand sich eine Muellhalde, aber auch die Strasse war mehr oder weniger bedeckt und es wimmelte nur noch so von Fliegen. Nur mit einmal kraeftig Atem anhalten und zuegig laufen (nicht moeglich im Gedraenge) kam man durch. Unerklaerlich wie einen Verkaeufer im groessten Gestank noch bitten koennen die Auslage anzugucken! Das Verrueckteste an der ganzen Sache ist aber dass die Strasse waehrend unseres Aufenthaltes gereinigt und geteert wurde. Eine Woche spaeter war vom Muell und Gestank nicht mehr viel uebrig, zum Glueck hatten wir vorher vom ‘Eingang zur Hoelle’ noch Fotos geschossen, das wuerde uns sonst niemand glauben. Die Strasse sah echt so aus wie man sich das schlimmste Indien vorstellen wuerde.

So hatten wir also ein relative ruhiges Hotel in einer geschaeftigen Gegend und sogar das Fruehstueck war inbegriffen. Dies fanden wir dann bald nicht mehr lustig, das Essen war zwar super, aber der Service brachte uns fast um den Verstand. Bei 35 Grad erwartet man dass die Getraenke VOR dem Essen serviert werden, vorallem wenn man fast eine Stunde aufs Essen warten muss. Lustigerweise stand auf der Speisekarte dass man ‘nur’ 30 Minuten warten muesste und Essen welches bestellt ist muesste man auch bezahlen. Wir nahmen mal an dass es da schon Reklamationen gegeben hatte, den 60 Minuten war schon hart an der Grenze, vorallem wenn man durstig war. Es ist ja nicht so dass wir es dem Kellner nicht gesagt haetten, aber er verstand es einfach nicht! So kam es auch dass wir beide einmal Chicken Boneless (ohne Knochen) bestellten. Hei war das ein Theater! Sonja wollte nur wissen ob auch wirklich keine Knochen dran waren und der Kellner klaerte es ab und meinte sie koennte ihr Lemon Chicken aus separate haben, das Huehnchen und die Zitrone wunderbar getrennt. Herrlich!! Ich fands dann weniger lustig als das Essen serviert wurde und bei mir – natuerlich – Huhn mit Knochen drin war. Ich versuchte mich noch zu beschweren, aber es brachte eh nichts, wer kein Englisch kann versteht es einfach nicht. Also zuruecklaecheln und sich ergeben!

Ansonsten waren die ersten beiden Tage in Delhi wirklich erfrischend. Wir fanden alle wahnsinnig nett da uns die Leute zum Teil unaufgefordert den Weg zeigen wollten, der eine brachte uns bis zu unserem geliebten indischen Starbucks und wir dachten schon er wuerde mit reinkommen, aber er wollte uns wirklich nur den Weg zeigen. Ein anderer handelte fuer uns das Tuk-Tuk zu einem ansprechenden Preis runter, wirklich erstaunlich. Ein paar Tage spaeter jedoch wollten uns die Leute immer noch zur naechsten Shoppingmall fuehren, also spaetestens beim 3x fiel es dann auf. Wir koennen aber nicht sagen ob die Leute dort angestellt waren oder einfach nur Kommission einhandeln, alles ein wenig sonderbar. Jedenfalls war ich mit der Zeit ziemlich allergisch auf die Frage ob wir shoppen wollen er wuesste da noch eine tolle Shoppingmall. Kein einkaufen, das hatten wir eigentlich eh schon in Rajasthan erledigt.

Auch ohne Shoppen gibt es in Delhi einiges anzugucken. Zuerst holten wir mal den Jantar Mantar, so ne Art astronomische Sternwarte aus dem Jahre 1724, nach, dessen Namenskollege war ja in Jaipur an Holi geschlossen gewesen. Es war hauptsaechlich unglaublich heiss, in einer Grossstadt fuehlen sich 35 Grad noch einmal anders an als in der Wueste. Der Mix aus dichtem Verkehr, vielen Leuten, ,heissem Asphalt und schlechter Luft setzte uns meistens zwischen 11 Uhr und 15 Uhr ausser Gefecht. So liefen wir beim Jantar Manta nur ein wenig rum, sassen aber meistens im Schatten und erholten uns oder standen dann fuer eine Fotosession zur Verfuegung. Es ist nahezu extreme und unglaublich wie oft wir abgelichtet wurden. Darueber koennte man einen ganzen Blogeintrag schreiben. Die einen haben uns auffaellig die Handykamera ins Gesicht gehalten, die anderen haben anstaendig gefragt und uns dann fuers Foto umarmt, wieder andere haben ihre Kollegen neben uns gestellt und dann ein Foto von uns gemacht, wieder andere haben uns die Kinder in den Arm gedrueckt (Sonja's Aufgabe!) und oft kamen ganze Reisegruppen wo es dann 5 bis 10 Minuten dauerte bis JEDER einzeln mit uns auf dem Foto war. So auch im Jantar Mantar wo un seine Reisegruppe aus Hyderabad belagerte. Ich fands aber irgendwie nett, in der Schweiz macht kein Mensch Fotos von uns, uebrigens auch sonst in keinem Land. Lese gerade ein total lustiges Buch ueber Indien von einer Australierin (Sarah MacDonalds ‘Holy Cow’) die dorthin gezogen ist. Sie schrieb auch : famous for being white. So ist es genau!

Auch toll in Delhi ist der Connaught Place, der kommt westlichen Vorstellungen von Einkaufen am naechsten. Auch wenn die Inder ‘Shoppingmall’ sagen meinen sie nicht dasselbe wie wir. Nach 5 Monaten in Asien hatte ich schon fast damit gerechnet, habe ich in dieser Zeit doch wirklich nur tolle Einkaufszentren in Bangkok gesehen sowie eine Luxusmall in Saigon. Ansonsten nada…  einkaufen in Indien und Nepal ist immer noch ‘alles muehsam zusammen suchen’, in Indien ist es fast noch schlimmer als hier im touristischen Kathmandu oder Pokhara. Es gibt tatsaechlich Laeden a la Migros oder Coop wo man Suessigkeiten, Shampoo, Taschentuecher, Chips und Co findet. Fuer Fruechte oder Gemuese (brauche ich aber weniger, ich koche ja nicht) muss ich hier in Kathmandu auf der Strasse nach den Haendlern mit ihren Fahrraedern Ausschau halten. Dumm dass es die letzten 3 Abende immer regnete sobald ich fertig war mit arbeiten. Das heisst die Haendler sind weg, wer will schon nass werden. Und wenn man dann endlich mal einen gefunden hat muss man auch noch um die Bananen und Trauben handeln! Ausser diesen beiden Sorten gibt es auch noch Aepfel (Mandarinli-Saison ist auch hier durch), Granataepfel (ich habe mal gelesen man muss aufpassen beim Essen da sich die Farbe nicht auswaschen lassen wuerde.. .und ich kann die  Dinger eh nicht anstaendig essen, schon gar nicht im Hotelzimmer auf dem Bett ohne Hilfsmittel) und irgendeine Art Melone – vielleicht sind es auch Papaya, in Indien waren sie jedenfalls riiiiiiiiesig.

Am Connaught Place gab es unter anderem Nike, einen Apple Store (wer’s braucht, gaell Sonja) und unseren Indien-Starbucks namens Café Coffee Day. Super Erfindung, es gibt alle Arten von heissem und kaltem Kaffee, dazu Eistee, Fruchtgetraenke, Sandwich, Muffins und was man halt alles noch so liebt. In den groesseren Filialen kann man sogar ‘anstaendig’ Essen, also Salate (mein erster seit langer, langer Zeit!) oder Glace (in diesem Fall ‘anstaendige’ Glace, man weiss ja sonst nicht was man kriegt. Es wird ja normalerweise nicht empfohlen Glace in Indien zu essen, aber CCD kann ich nur empfehlen). Das tolle an diesen CCD ist auch noch das sie Klimaanlage haben und andes als in Amerika ist sie nicht auf Kuehlschranktemperatur eingestellt sondern gut aushaltbar wenn man nicht gerade darunter sitzt. So kam es dass wir praktisch taeglich drin waren, immer wieder mal eine andere Filiale, meistens aber die grosse Louge die sich richtig westlich anfuehlte. Was wir erst spaeter bemerkten: die ganze Menukarte gibts nur auf Englisch!! Die Kette nimmt also automatisch an dass die Leute gebildet sind (= Geld haben und sich den nicht ganz guenstigen Kaffee leisten koennen) und Englisch lesen und verstehen koennen. Es klang dann ziemlich witzig als die Inder untereinander (Kellner und Gaeste) auf Englisch bestellt haben, man muss sich dies mal bei uns zu Hause vorstellen!

An diesem Connaught Place sind auch keine Velorikscha’s erlaubt, das heisst man kommt nur mit dem TukTuk oder dann mit der U-Bahn hin. Ooooh, U-Bahn, eine ganz neue Erfahrung fuer mich! Lang lang ist’s her, auch das war das letzte Mal in Bangkok. Die Metro ist erstaunlich modern und das Beste daran: es hat Frauenzuege! Ganz am Anfang bzw am Ende hat’s einen Waggon nur fuer Frauen, wohl weil die Maennchen ihre Finger da haben wo sie nicht sollten. Ich muss dazu aber sagen dass wir selten eine schlechte Erfahrung gemacht haben, ausser da an der Grenze in Amritsar ist uns keiner zu nahe getreten. Die haben sich wohl nicht getraut J Wir sind dann trotzdem immer in den Frauenzug, den es koennte schon relativ eng werden in solch einem Abteil vollgestopft mit Maennern.  Eine groessere Station befand sich am Connaught Place, welches eigentlich so eine Art Kreisel ist wo man sich staendig verlaeuft da man nicht weiss ob man sich nun im Sueden oder Norden befindet. Dementsprechend sind die Gebiete auch mit Nummern versehen, also A oder N oder was auch immer. Es gibt einen inneren und aeusseren Kreisel und ganz in der Mitte befindet sich ein Park, sprich Gruenflaeche. Bei unserem zweiten Besuch in Delhi bekam dieser Zuwachs, die Berlin-Baeren waren angekommen! Es herrschte ein ziemlicher Trubel und alle wollten die Baeren fotografieren. Wir gingen die Parade sicher 2x durch, nur um festzustellen dass es von fast jedem Land einen hatte, aber gerade Nepal und Laos fehlten. Dafuer war der Ami umso schooner (Freiheitsstatuen-Baer) und der Schweizer war auch nicht zu verachten (mit Wilhelm Tell vorne drauf, brav in rot).  Wir machten dann Fotos vor dem Indien-Baer und kamen mit einem Einheimischen ins Gespraech der ziemlich gut informiert war. Er wusste alles ueber die Minarettiniatitive und kannte sogar die Plakate der SVP. Ups!

Noch ein Wort zu meinem Stabri-Lassi, ich habe das Foto schon in Facebook gepostet aber anscheinend findet dies KEIN MENSCH lustig. Wir sind fast von den Stuehlen gefallen vor lachen. Man sieht es ja immer wieder hier in Asien dass die Menukarten und Schilder voller Fehler sind, aber diese Karte schlug alles um Laengen. Ich wollte mir einen Lassi bestellen, fand ‘stabri’ inmitten von ‘papaya’ und ‘banana’ aber ein wenig … ungewoehnlich. Sonja meinte ich soll einfach bestellen, ha, als waere sie die Mutige wenns ums Essen geht (viele Gruesse hiermit nach China! Ich fress ja eh alles, nicht wahr? Sooo schlimm kann Stabri ueberhaupt nicht sein). Hab dann doch nachgefragt… ich sag aber nicht was es war, ihr duerft raten! Auch toll sind die barcat binas, also baked beans oder hasan potato, also hashed potatoes oder dann sunilly star fried and lam stik… das haben wir bis heute nicht ganz rausgefunden. Stik ist Steak und das sunilly star fried koennten fried eggs sunny side up sein. Man weiss es nicht so genau. Sonja musste auch lernen das man viele Sachen einfach nie erfahren wird und dann stellt man fest das es auch ohne Antwort geht. Soooo wichtig ist es schlussendlich ja doch nicht. Schon vor drei Jahren bei der Gastfamilie wurde ich oft im Dunkeln gelassen und jetzt hier in Nepal schon wieder. Einfach nicht zuviel fragen… fragen duerft ihr jedoch wieso das hier Delhi 1 heisst… es wurde einfach zuviel, ich muss es aufsplitten. Naechstes Mal folgt also der Rest. Bis dann, schoene Ostern und viel Spass beim Schoggiosterhasen verputzen! Ich denk an euch!



Paharganj, die Gegend vor unserem Hotel von oben

Jantar Mantar
Juhu, Glace (und zwar nicht die vom CCD, wir haben's aber doch gewagt... war ja abgepackt)
Wie immer wurden wir von Unbekannten fotografiert, hier vor dem India Gate

Das Humayun's Tomb (Grab)

Die Berlin-Bären sind in Delhi! Hier vor dem Inder

Englische Sprache, schwierige Sprache... oder was ist ein Stabri Lassi?

Sonntag, 1. April 2012

Indien - Jaisalmer, Amritsar

Bereits bin ich in Nepal, aber dank des Laptops den ich vom Buero jeweils ueber Nacht mitnehmen darf und auch dank des WIFI im Hotelzimmers bin ich nun wunderbar online und kann in aller Ruhe am Blog schreiben. Ist es nicht herrlich... und sowas in Nepal.

Steckengeblieben bin ich blogtechnisch in Jaisalmer. Sonja und ich kamen mit dem Bus von Jodhpur, die Fahrt dauerte zum Glueck nur 6 Stunden obwohl uns gesagt wurde sie wuerde 8 Stunden dauern. Wir hatten da eh Glueck, kein einziger Bus oder Zug startete mit grosser Verspaetung, oft sogar auf die Minute genau, fast beaengstigend. Und oft kamen die Zuege auch zu frueh an. Es herrschte jedenfalls eine Affenhitze, die Klimanalage wird jedoch erst bei 40 C eingeschaltet. Was sind schon laecherliche ca. 36 C in der Wueste wenn sie bis zu 50 C haben? Schlicht und ergreifend unvorstellbar, aber anscheinend fluechten auch viele Bewohner im Sommer aus Jaisalmer. Einer zum Beispiel hatte uns gesagt er wuerde den Laden in zwei Wochen schliessen und dann in die Berge gehen wo es angenehmer ist. Das koennen wir wohl nur unterschreiben.

Auf der Busfahrt gab es schon einiges zu sehen. Eigentlich wollten wir (ich... denn im Zug hats wenigstens eine Toilette, im Bus muss man immer hoffen das er anhaelt und meistens muesste ich eh vorher schon dringend mal) mit dem Zug reisen, aber wie schon mal erwaehnt sind sie in Indien ueberhaupt nicht flexibel, vorallem wenn man mit den eher luxerioesen AC-Zuegen (mit Klimaanlage) reist. Diese sind eher fuer die reicheren Inder und die Touris und haben ausser einer Klimaanlage auch ein Bett mit Bettbezug, waehrend man in der Sleeperklasse wohl zusammengepfercht auf Holzbaenken schlaeft. Ehrlich gesagt haben wir es nie ausprobiert. Es hat auch meinstens nur einen oder zwei AC-Wagen die dann auch dementsprechend schnell ausgebucht sind. Zum Teil haben wir 10 Tage im Voaus gebucht und gerade noch die letzten Plaetze erhalten. Ich muss ja nicht erwaehnen dass es endlos Sleeperwaggons hat... immerhin sieht man auf der Busfahrt mehr. Da steigen Einheimische mit Turbanen ein, Maenner mit mehr Schmuck an den Fingern als ich, man sieht freilaufende Kamele durchs Fenster und erfreut sich daran einen Sitzplatz zu haben waehrend die Einheimischen am Boden sitzen oder eine Stunde lang im rumpelnden Bus rumstehen.

In Jaisalmer angekommen ging's dann ruckzuck, wir hatten bereits eine Hotelreservation und wurden abgeholt. Wie praktisch! Das Zimmer war dann auch unglaublich guenstig, wir durften den Preis fast selber bestimmen. Dafuer war dann die Kamelsafari die wir im Hotel buchten dementsprechend teuer, aber das muss wohl so sein. Ansonsten hatten wir die ganzen 4 Wochen das Gefuehl wir wurden nie richtig uebers Ohr gehauen, jedenfalls nicht so dass man sich selber an den Kopf greifen muesste und sagen 'sind wir doof'. Klar waren die Preise fuer Souvenirs und aehnliches nicht superguenstig, aber trotzdem nicht ueberrissen und auf jeden Fall viel guenstiger als zu Hause. Es ist manchmal schwer einzuschaetzen wieviel man bezahlen muss oder sollte, kriegt man doch fuer ein paar Franken ein Abendessen fuer 2. Dafuer sind die Hotelzimmer viel teurer als angenommen, es ist fast eines der teuersten Laender bis jetzt. Ich muss dazu aber sagen dass die Qualitaet auch meistens stimmte, also von wegen heisse Dusche, bequeme Matratzen, ruhige Lage usw.

In Jaisalmer wohnten wir im Fort drin. Dies ist zwar anscheinend nicht ideal da das Fort bzw. der Untergrund nicht fuer viel Abwasser gemacht wurde. Damals gabs es noch keine Duschen, Touris und Restaurants die andauernd irgendwo einen Wasserhahn laufen lassen. Es hat unzaehlige Laeden und Hotels im Fort drin und es ist manchmal schon fast klaustrophobisch wenn man durch die engen Gaesschen geht und den Verkaeufern 'just looking. Looking is free. Come my shop' nicht wirklich ausweichen kann. Ich hatte auch das Gefuehl die Maenner waeren in Jaisalmer am anstrengendsten gewesen, das liegt wohl eben daran dass die Gassen halt nur 2 Meter oder so breit sind. A propos Maenner, der Hotelbesitzer, ein Inder, hatte strahlend gruene Augen und auch der Koch. Wir dachten dann natuerlich sie waeren Brueder, aber dies ist nicht der Fall. Da hat man gleich in einem Hotel 2x gruene Augen, sieht echt 'nett' aus mit der dunklen Haut, hehe.

Wir haben dann eben eine Wuestentour gebucht, diese dauerte ca. 9 Stunden und beeinhaltete eine Kamelsafari, der Hoehepunkt des ganzen Aufenthaltes. Nach den Elefanten in Laos (dieses Halbfiasko) war ich gespannt wie sich die Kamele anfuehlen wuerden. Ob sie bequemer sind? Es sieht ja nicht unbedingt danach aus, vorallem wenn man zuguckt wie die aufstehen. Zuerst haut es einen gegen hinten fast raus, dann gegen vorne. Danach sitzt man dann aber relativ bequem drauf und nach einem Weilchen fuehlt es sich an wie auf einem... hohen... Pferd. Aber es dauerte ein Weilchen bis ich mich an die Schuettlerei gewoehnte. Ich getraute mich zuerst gar nicht den Sattel loszulassen, wo anders konnte man sich ja nicht festkrallen. Dem Elefanten standen wenigstens noch die struppigen Haare zu Berge und den konnte man auch mit den Beinen besser umklammern. Die Kamele waren irgendwie auch gemeiner, ich glaube meines mochte mich nicht. Es fletschte die Zaehne als ich fuer ein Foto naeher kam, also nix von wegen streicheln und so. Dann eben nicht, die Elefanten bekamen sogar noch was zu futtern!

Den Sonnenuntergang guckten wir uns ebenfalls in der Wueste an. Leider wurden wir von irgendwelchen komischen Sandkaefern gestoert. Es ist unglaublich, die Viecher hatten es echt auf uns abgesehen. Es waren so ne Art Maikaefer, nur wuselnd im Sand. Staendig krochen sie zu uns, obwohl es ja willsgott genuegend Platz in der Wueste (!!) haette. So mussten wir sie immer wegschubsen bzw. aufstehen und den Platz wechseln. Kaum sassen wir wo anders kamen sie wieder zu uns! Tolle, romantische Stimmung... dafuer war ein Typ mit kuehlenden Getraenken unterwegs, es gab Bier, Cola und Co. Das laufende Restaurant, kommst du nicht zu ihm kommt es zu dir.

Am naechsten Tag gingen wir auf den lokalen Markt da ich es mir ja in den Kopf gesetzt hatte so einen bling-bling Schal wie ihn die 'locals' haben zu kaufen. Ich habe wirklich selten zuvor solch farbige Saris und Gewaender gesehen wie in Rajasthan. Das macht meine Augen gluecklich, hauptsache farbig und glaenzend, bin ganz nervoes geworden. Man sah die lokalen Frauen immer wieder mit diesen Schals, sie tragen sie sogar ueber das Gesicht. Dummerweise waren es die Schals die zum traditionellen Sari dazugehoeren, also nicht unbedingt etwas was ein Tourist kauft. Ich fand dann aber tatsaechlich einen Laden der mir nur den Schal verkaufte, der Rock und das Oberteil sahen zwar super aus (bling bling spezial), aber das waere ausser an Fastnach viiiiiiiiiiiel zu auffaellig.

Den groessten Teil des Tages verbrachten wir aber mit rumrennen fuers Zugticket. Wir wollten von Delhi aus noch nach Amritsar und dann wieder zurueck. Nicht viel verlangt, aber wieder waren alle Zuege ausgebucht, die Busse endlos lange und toilettenlos, die Fluege teuer (wer fliegt schon freiwillig Air India??) und die privaten Taxis (wir waren wirklich verzweifelt, da denkt man an alles. Die Taxis halten wenigstens an wenn ich muss) sauteuer. Schlussendlich fanden wir einen Zug Amritsar - Delhi und befreundeten uns mit dem Gedanken einen Bus in Delhi zu buchen. Natuerlich kann man den Bus wieder erst vor Ort buchen, dafuer haben die immer Platz. Als wir schon lange nicht mehr daran glaubten fand dann ein anderes Reisebuero doch noch Plaetze im Zug Delhi - Amritsar. Hurra, es geschehen noch Wunder!

Die laengste Zufahrt hatten wir mit Jaisalmer - Delhi ja noch vor uns. Es war ein spezielles Ticket und der Typ vom Reisebuero anno dazumal in Udaipur meinte wir muessten 3 Stunden vor Abfahrt ins Internet reingucken um die Sitzplatznummern zu erfahren. Das taten wir dann auch und entdeckten zum ersten Mal dass unser Platze auf WL sind... das steht fuer Waitinglist... uebersetzt Warteliste (das versteht wohl eh jeder). Wir bekamen fast die Krise, alles gepackt, ausgecheckt, 18 Stunden Zugfahrt vor uns und die Plaetze sind nur provisorisch? Was hatte der uns vekauft???? Leider sah man auch 2 Stunden vor Abfahrt nichts, so dass wir wohl oder uebel ins Hotel zurueckkehren mussten, schon mal Mittagessen runterdruecken (wer weiss schon wenn es wieder was gibt. Im Zug kamen die Verkaeufer meistens dann wenn man nichts brauchte. Aber wie gesagt, saubere Toiletten hats!) und abwarten. Ich hasse warten. Irgendwann kam dann unsere Eh-schon-Hilfe daher, naemlich der Typ vom Reisebuero der uns den Zug Delhi - Amritsar organisiert hatte. Alles i.O., wir waren dabei!! Wir waren echt froh, denn der ganze Zeitplan waere durcheinander geraten, ausserdem hatten wir in Delhi ebenfalls schon ein Hotel reserviert. Er ist nun mein neuer Facebook-Kollege :-))

Die Fahrt selber war dann wirklich eeeendlos, aber wir hatten Glueck mit unserem Abteil. Eine Familie mit zwei nervigen Kindern. Sogar Sonja meinte sie wuerden nerven. Das klingt nun ein wenig ironisch, aber besser kleine Kinder als gaffende Maenner. Hier lasse ich nun schnell was aus, denn wir kamen ja von Jaisalmer in Delhi an und blieben 2 Tage. Danach gings eben nach Amritsar, das folgt hier, danach ging es wieder fuer 4 Tage nach Delhi. Das heisst der Delhi-Blog folgt noch...

Das Dumme an den Zuegen (die mit den... fuer Isi erwaehne ich es hier nochmals... Toiletten. Das ist ein Insider, hehe) ist dass sie zu den unmoeglichsten Zeiten abfahren. Dieser war um 4.30 Uhr, wie gemein ist denn das? Dies bedeutete fuer uns aufstehen um 3 (DREI) Uhr, auschecken und halb kaputt zum Bahnhof fahren. Zum Glueck waren es ja AC-Zuege, als mit eigenem Bett. Einmal mehr hatten wir Glueck, statt einem 6-er Abteil bekamen wir je ein Bett draussen im Gang. Klingt zwar als waere dies muehsamer, ist aber nicht so. Denn draussen im Gang hat jedes Bett einen Vorhang und es sind nur zwei uebereinander. Bei den 6-er Abteilen sind 3 uebereinander und man kann echt nicht aufrecht drin sitzen. Moechte der mittlere lieber sitzen kann er sein Bett zuklappen und beim untersten auf das Bett sitzen. Waehrend dem Tag sitzen also meistens drei Leute auf dem untersten Bett und erst gegen Abend werden alle 'Naeschter' aufgeklappt. Am praktischen ist da das oberste Bett, dieses bleibt immer offen. Dafuer kommt man fast nicht rauf (kletter, kletter) und man kann eben auch nicht gerade sitzen da man oben sonst schon fast ans Dach des Zuges stoesst. So aber hatten wir keine Probleme da wir im Gang oben lagen... und dies fuer 12 Stunden. Praktisch!!

Das Hotelzimmer in Amritsar hatten wir ebenfalls schon vorreserviert, ein Super Deluxe auf normalem, europaeischen Standart. Immerhin... es gab aber weder das versprochene Shampoo und andere Gimmicks und sogar das WIFI musste man teuer dazu bezahlen, pro Stunde oder pro 24 Stunden. Eine Frechheit. Das Hotel selber lag ca. 500 Meter vom Goldenen Tempel weg. Mitten im Gemuese und zwar mitten. Das Gehupe und der Verkehr war schon fast Delhi-maessig wenn nicht noch schlimmer. Wir fragten uns echt ob wir die Fenster geschlossen hatten. Ich verstehe nicht wie Sonja ohne Ohrstoepsel schlafen konnte.

Amritsar ist wieder eine ganz andere Ecke Indiens. Haben wir vorher immer wieder Muslime und natuerlich Hindus getroffen waren es nun hier die Sikh, das sind die mit dem Turban. Ausser dem Turban tragen sie auch lose Unterwaesche (das koennen wir bestaetigen. Beim Tempel haben sie sich naemlich immer gewaschen und da haben wir unauffaellig hingeguckt. Gloooooooootz, machen sie ja auch bei uns), Haare die nicht geschnitten werden (inkl. Gesicht) und einen Saebel (es waeren 5 Dinge, aber der Rest faellt mir gerade nicht ein). Die Juengeren tragen noch keinen richtigen Turban sondern so ne Art Verband um den Kopf. Da die Haare vorne am Kopf zusammengebunden werden sehen sie aus wie kleine Schluempfe (Sonja's Idee, aber trifft es genau). Am tollsten fanden wir dann natuerlich die Smurfs mit dem weissen Verband, die waren sozusagen authentisch. Einmal haben wir zwei arme Kerle zu uns hingezogen und Fotos mit ihnen gemacht. Normalerweise war es immer andersrum, die Inder fotografierten uns. Versteckt aus dem Hinterhalt oder sie drueckten uns das Kleinkind in den Arm oder die Frau an die Seite oder irgendwelche Pubertierenden stellten sich neben uns, ganze Familien, Ausfluegler, Kollegen. Oft standen Trauben von Leute um uns rum und jeder wollte mal aufs Foto mit uns. Wir haben ohne Seich hunderte von Fotos gemacht, unzaehlige Haende geschuettelt und Auskunft gegeben. So muss es als Star sein, manchmal fror uns fast das Laecheln ein. Wir hatten es aber lieber wenn sie fuers Foto fragten, so konnten wir die Sonnenbrille noch laessig ins Haar stecken, schliesslich moechten wir 'ne Falle machen', weiss Gott wer die Fotos noch zu sehen kriegt!!

Vor unserem Hotelfenster pilgerten stundenlang Sikhs vorbei, alle auf dem Weg zum Goldenen Tempel. Natuerlich waren wir auch deswegen gekommen! Es hatte dann auch dementsprechend Leute dort, unglaublich, in der groessten Mittagshitze. Der Eintritt war zwar gratis, aber um ganz rein zu kommen haetten wir bestimmt 2 Stunden lang anstehen muessen, fuer ehrlich gesagt... nicht sehr viel. Wir wurden dann aber von einer Familie mit reingezogen, es war dann eine win-win Situation. Wo andere rauskamen drueckten wir uns ganz offiziell einfach rein. So kam die Familie dank uns schneller rein... und wir ebenfalls dank ihnen. Ich moechte nun nicht erwaehnen dass die Frauen danach weggeschickt wurden und die beiden Maenner die ganze Zeit darauf beharrten 'do you need rest? Wanna go to your room? Together??). Wir wurden sie zum Glueck dann doch noch los, als sie mit uns zur Grenze fahren wollten verabschiedeten wir uns schnell. Wir waeren vielleicht die ersten Touris gewesen die man in Indien kidnappen wuerde und nach Pakistan verschleppen. Und dann hiesse es wieder: warum sind die soooo doof und gehen auch nach Pakistan? Man WEISS es doch!

Wir gingen dann aber doch noch zur Grenze, das gehoert sich dort einfach. Dies scheinen auch alle Inder zu wissen. Es wurde uns gesagt es waere viel los, aber ist nicht ueberall viel los in Indien? Aber es war WIRKLICH viel los, unzaehlige Menschen warteten dicht gedraengt auf die Schliessung der Tore. Ich wartete eigentlich auf die Hymnen, aber die wurden nicht mal gespielt. Das Spektakel war schon einmalig, leider stand ich meistens auf den Zehenspitzen und war nach einer Stunde absolut durchgeschwitzt. Zum Teil lief den Maennern (Frauen hatte es ja keine ausser uns...) der Schweiss im Gesicht runter, aber auch ich fuehlte mich wie frisch geduscht. Der Hoehepunkt war dann fuer die um mich rundherum als die Tore geschlossen wurden, eine riesige Aufruhr bestand und alle wegstroemten und die ganz schlauen den Moment nutzen und mir ins Hinterteil kniffen. Wer es gewesen ist habe ich natuerlich nie gesehen... pfffffff, Frechheit.

Zurueck nach Delhi ging es dann wieder im Zug, aber dieses Mal dauerte die Fahrt statt 12 Stunden nur 6. Das kommt davon wenn man nicht an jeder Fuedlistation anhaelt und 10 Minuten wartet. Wieder war die Abfahrt unglaublich frueh, aber wir hatten dieses Mal sogar 1AC Sitze, der absolute Luxus wo das Essen inbegriffen ist. Wir freuten uns schon total auf das Bett und mussten wirklich nur an den Bahnhof kommen. Leider hatten wir nicht damit gerechnet dass es tatsaechlich Sitze sind, der Zug sah auch wie ein Business-Class-Flieger, so ungefaehr. Viel Beinfreiheit, gratis Zeitung, gratis Essen und Getraenke und.... hehe... gratis Toiletten. Von dem her wars schon super und irgendwann schliefen wir sogar in den Sitzen erschoepft ein. Zuerst Sonja, wie immer mir Meilen voraus, und dann ich. Gute Nacht... see you in Delhi again!


Das Fort in Jaisalmer, unser Hotel war drin. Ich glaube es ist das einzige, bewohnte Fort in Indien

Die Reservationsliste fuer die Zuege haengt immer an den Stationen aus. Und siehe da, wird sind dabei (leider ist mein Name zu lange, immerhin haben sie den vorderen Teil richtig geschrieben...)

 In Jaisalmer vor dem Internetcafe. Wohl eines der wenigen Laender der Welt wo ich Maenner in Scharen anziehe, hehe. Staendig bildete sich eine Traube um uns rum und wir fragten uns was die alle wollen... zuschauen, zugucken, rumstehen

Auf Kamelsafari

In Amritsar im Goldenen Tempel. Amritar liegt im Staat Punjab, hier leben die meisten Sikh (unschwer am Turban zu erkennen)

Der Goldene Tempel hoechstpersoenlich



Abgekaempft an der indisch-pakistanischen Grenze (meine Flagge hat ganz schoen gelitten, siehe auch Foto unten)

 Im Gewuehl, die Touris und Fragen sind alle irgendwo anders, nur Sonja und Nadine... und tausende von indischen Maennern... sind hier

Montag, 19. März 2012

Indien - Jaipur/Udaipur/Jodhpur


























Die Elefanten auf dem Weg zum Festival - Jaipur


Palace of Winds in Jaipur

Bald ist Holi


Die Aussicht vom Fort in Jodhpur

Das Meherangarh-Fort in Jodhpur

Die 'Blue City' von Jodhpur

Farbiges Bling-bling in Rajasthan


Bereits sind wir in Delhi angekommen und ich bin total langsam wenn es um Blognews geht. Zum Teil findet ihr auch auf meiner Facebookseite aktuelle Fotos oder Info. Die Fotos werden uebrigens alle von Sonja gesponsert :-) Sie hat ein IPhone und IPad und kann damit immer wunderbar online gehen (sofern wir dann WIFI im Zimmer haben), ich schnorre dann immer bei ihr damit ich die Teile auch benuetzen kann, hehe. Vielen Dank hiermit an Sonja fuers 'sharen', versuche dir eine Flasche 'du-weisst-schon-was' von Nepal mitzubringen. A propos Nepal, meine zukuenftigen Reiseplaene haben sich ein wenig veraendert. Erstens gefaellt es uns in Indien so gut dass wir beide bestimmt wieder einmal zurueckkehren werden. Ich meine jedoch die nahen Reiseplaene, sprich April 2012. Eigentlich war vorgesehen dass ich alleine fuer 4 Wochen in Indien herumreisen werde da Sonja ohne mich weiter nach China geht. Indien ist trotz allem jedoch ziemlich anstrengend und irgendwie bin ich ein wenig reisemuede, darum werde ich am 29. Maerz zurueck nach Nepal kehren und dort einem Kollegen im Reisebuero aushelfen. Dies bedeutet das ich 4 Wochen lang in Kathmandu 'abhaengen' werde, oder eben auch nicht da ich arbeiten 'sollte'. Bin schon gespannt was auf mich zukommt, mein Kollege moechte den Schweizer Markt erobern (naheliegend waere es ja... Trekkingferien in Nepal, wer hat Interesse?) und kriegt nun ein wenig Unterstuetzung von mir.

Nun aber zurueck zu oder nach Indien. Auf unserer Reise durch Rajasthan haben wir die 3 'Purs' besucht, also Jaipur, Udaipur und Jodhpur. Wir haben uns schon gefragt was 'pur' bedeutet, anscheinend heisst dies 'platz'. Das macht Sinn... So fuhren wir also mit dem Tageszug von Agra nach Jaipur. Diese Zuege waren so die einzige negative Erfahrung die wir machten, oder sagen wir die Buchung der Zuege. Von wegen man kann mal locker und spontan entscheiden wann man weiterfahren moechte, nix da! Zum Teil sind die Zuege tagelang ausgebucht, den Zug von Jaisalmer nach Delhi hatten wir sicher 10 Tage vorher gebucht und waren trotzdem nur auf Warteliste. Meistens hiess es: sorry, hat keinen Platz, tagelang, egal wie flexibel WIR sind. So kam es dass wir zum Teil auch mit dem Bus unterwegs waren, denn Busse sind interessanterweise nie ausgebucht und fahren auch zu humaneren Zeiten als die Zuege. Da darf man zum Teil um 4.30 Uhr am Bahnhof stehen. Man sieht auch mehr in den Bussen, da steigen Frauen in farbigen Saris ein, mit Armreifen von den Handgelenken bis rauf zu den Achseln, Maenner mit Turbanen und traditioneller Kleidung, sie starren uns an, wir starren sie an, es ist ein Geben und Nehmen. Nur Fotos habe ich mich nicht getraut zu machen, ich weiss ja wie sich das anfuehlt. Hm, heute hat noch niemand ein Foto von uns gemacht... was ist los, Jungs?

Nur 1x hatten wir vom Zug aus eine ziemlich sonderbare Begebenheit, Sonja hat gemeint das Wort 'oeffentliche Toilette' wuerde eine ganz andere Bedeutung erhalten, Recht hat sie. Da guckten wir zum Fenster raus und draussen sitzen Maenner und Frauen getrennt irgendwo im Feld (ein paar Meter vom Gleis entfernt) und verrichten ihr Geschaeft, zum Teil mit blankem Hintern in unsere Richtung, oder auch von der anderen Seite, die volle Aussicht vom Zug aus. Man glaubt es kaum! Uns schockiert ja nicht viel, von wegen Tuer die nur noch halb in den Angeln haengt oder Handies die man uns ins Gesicht haelt, aber so ne ... hm... oeffentliche Toilette ist dann schon noch was anderes. Soviel zum Thema 'Privatsphaere', wer braucht da schon ne Tuere die man nicht schliessen kann?

Jaipur selber war dann gross (die Hauptstadt von Rajasthan), staubig und heiss. Es gibt einiges zu sehen wie den City Palace, den Palace of Winds oder das Amber Fort welches ein wenig ausserhalb liegt. Da wir 3 Tage Zeit hatten liessen wir es locker angehen. Mir fiel auf dass wir in Jaipur viel eher angestarrt wurden, aber jetzt kann ich sagen dass es in Jaisalmer wohl am schlimmsten war, von wegen angucken und doofe Sprueche. Wir wurden jedoch selten wirklich bloed angemacht und schon gar nicht erst angefasst. Immerhin.

In Jaipur fanden wir zum ersten Mal auf der Reise einen McDonalds und auch einen Pizza Hut und ich muss eingestehen dass wir beide besuchten. Im Pizza Hut gibts lustigerweise indisch angehauchte Pizzen, also Pizza mit Paneer, Pizza Malasa usw. Witzig. Nur McDo serviert wohl fast ueberall auf der Welt dasselbe Menu, aber auch das war zur Abwechslung wieder mal schoen. Kein Masala und keine Gewuerze die unsere Maegen aufregen koennten. Wir gingen naemlich danach ins Kino und guckten uns einen echten Bollywood-Streifen (3 Stunden!) an. In Indien im Kino ist es ganz was anderes als bei uns, die Leute telefonieren waehrend dem Film, singen mit, klatschen und kleine Kinder kraehen genau so rein wie Erwachsene. Uns wars egal, verstanden haben wir eh nichts, es ging uns alleine um die Musik und das 'Muss-man-mal-gemacht-und-gesehen-haben'. Wenn ich zu Hause bin gucke ich dass ich die DVD irgendwo her kriege :-)

Wir hatten totales Glueck da wir gerade rechtzeitig zum Elefantenfestival in Jaipur waren. Davon hatten wir beide noch nie was gehoert, aber schon morgens ging es los mit angemalten Elefanten auf der Strasse welche auf dem Weg zur Festivalwiese waren. Dies waren gleichzeitig auch unsere ersten indischen Elefanten die wir sahen. Spaeter gingen wir dann natuerlich auch aufs Festival welches hauptsaechlich von Touristen besucht wird. Ein Tier war farbenpraechtiger und geschmueckter als das andere. Nach und nach stroemten die Leute auf die Wiese, gleich neben die Elefanten. Wir hielten uns zuerst zurueck, aber schlussendlich standen irgendwie alle dort rum und man will ja auch gute Fotos schiessen, nicht wahr? Ein Tag spaeter war dann Holi, ein Fest welches am Ende des Winters gefeiert wird. Der Hauptzweck besteht darin Touristen und Kinder mit Farbe zu beschmieren die man dann nicht mehr aus den Kleidern rausbringt. Oder nur sehr schwierig, damals in Nepal musste ich es 2x waschen, aber immerhin ging es raus. Da wir am gleichen Abend mit dem Bus weiterfuhren haben wir nicht 'mitgefeiert', das heisst wir haben uns bis 15.00 Uhr im Hotel verschanzt. Der Manager meinte eh es waere besser da die Jungen alle betrunken waeren und uns beruehren oder kuessen (hallo???) moechten. Wir warteten dann tatsaechlich bis zum spaeteren Nachmittag und gingen erst dann raus. Eigentlich wollte wir noch ins Museum, aber irgendwie hatte man verpasst uns zu sagen dass ALLES geschlossen war, alle Museen, Laeden, Restaurants, sogar der McDonalds. Ein Witz... wir fuehlten uns nicht wirklich wohl da nicht viele Leute unterwegs waren, nur Jungs auf Motorraedern die uns mit ihren farbigen Pulvern gefaehrlich nahe kamen... oder ganz erwischten, wenn ich aus der Sicht von Sonja schreiben wuerde. Also gingen wir schnell wieder zurueck ins Hotel. Ein Witz, zuerst versauerten wir stundenlang im Hotel um dann NICHTS machen zu koennen da der Bus erst um 21 Uhr losfuhr. Sowas nennt man dann wohl fast einen verlorenen Tag, zum Glueck konnten wir es uns leisten (tage- und zeitmaessig).

Wenn wir schon von Farben reden, Jaipur ist auch als Pink City bekannt, waehrend Jodhpur die Blue City und Jaisalmer die Yellow City ist. Udaipur, unser naechster Halt, hat keine eigene Farbe, ist aber als Lake City bzw. das Venedig des Ostens bekannt. Hier wurde auch der James Bond Film Octopussy gedreht, falls den jemand geguckt hat. Der Film lief irgendwie taeglich in allen Restaurants der Stadt, trotzdem hatten wir uns nur den Anfang angeguckt. Zu viele andere Dinge zu machen! Udaipur war der schoenste Stop auf der Reise, mit der romantischen Lage am See, der tollen Aussicht vom Monsoon Palace, den verwinkelten Gassen, den Malereien die man ueberall an den Gebaeuden fand und ausserdem wars nahezu herrlich touristisch nach Jaipur. Mussten wir da noch fast ein TukTuk nehmen um ein Cola zu kaufen war in Udaipur alles vor unserer Nase, Hotels, Restaurants, Reisebueros, Laeden. Udaipur ist auch verhaeltnismaessig klein fuer indische Verhaeltnisse, keine Million Einwohner die sich zusammen mit dem Westlern durch die schmalen Strassen schlaengeln. Es gibt auch taeglich ein Feuerwerk ueber dem See da anscheinend taeglich immerhin ein indisches, reiches Paar heiratet welches sich ein paar Boeller leisten kann.

Wir waren in 1001-Nacht gelandet. Dachte ich doch dies waere eher in Marokko (auch ein Traum von mir)oder irgendwo in Persien, da wars doch hier glatt vor unserer Nase. Farbenfrohe Saris, Turbane, Kamele, Hitze und Farben, Farben, Farben wo man hinguckt, meistens noch mit viel bling-bling (komme mir vor wie eine Elster, hauptsache es glaenzt, je mehr, je besser. Fast wie amerikanische Weihnachten, da blinkt es auch ueberall, herrrrrrlich). Rajasthan ist sozusagen ein Outdoor-Cachet, wer kennt den Laden (gab es vorher im Rheinpark, ist nun leider geschlossen worden)? Viele Produkte die ich damals im Cachet gekauft habe hat der Laden anscheinend direkt aus Rajasthan importiert. Oefters habe ich was gesehen was ich auch zu Hause habe! Total witzig.

Unser letzter 'Pur'-Stop war dann Jodhpur, heisser als die beiden Kollegen und irgendwie noch urspruenglicher. Downtown scheint nicht sehr gross zu sein (trotzdem ist es die zweitgroesste Stadt in Rajasthan) und wird von einer Festungsanlage ueberragt. Mitten im Zentrum hat es einen Bazaar oder Markt welchen wir ein paar Mal besuchten. Man mussste zwar aufpassen wo man hintritt (unebene Strasse, der ganze Verkehr von allen Seiten, Kuehe stehen rum, Motorraeder zwaengen und hupen sich vorbei und in die Laeden reinguckten moechte man ja schliesslich auch noch), aber es gab unglaublich viel zu sehen. Es war praktisch das erste Mal dass wir mit Kamera bewaffnet alle 3 Meter stehen blieben und Fotos schossen: da ein Gewuerzladen, dort eine Schar Frauen in farbigen Saris, dort eine Kuh die im Muell nach Essen sucht, dort ein alter Mann mit Turban, da ein Kamel das einen Karren zieht, dort ein Laden der uns unbekannte Fruechte oder bling-bling Bangles verkauft. Man wusste fast nicht wohin gucken und wohin treten. Und dann erst die Gerueche, manchmal ein Wind 'Toilette', dann roch es wieder nach Kurkuma (das einzige das ich irgendwie zu erkennen scheine), Kardamom, Koriander oder Saffran. Auch auf den Lassi-Geschmack war ich in der Zwischenzeit gekommen. Die Getraenke gibt es entweder geschmacklos, suess, sauer, oder dann mit allem was man sich vorstellen kann. Mein Ziel ist es mich durch saemtliche Geschmaecker zu trinken, von Saffran ueber Kokosnuss, Rose, Pistazie, Zimt bis hin zu den ganz 'normalen' Fruchtgeschmaeckern. Ich habe ja noch Zeit :-) Platz ist jedoch keiner mehr vorhanden in unserem Gepaeck. Meistens wenn wir in einen Laden gehen werden wir auch schwach, es gibt aber auch unglaublich viele schoene Sachen, Halbedelsteine und Silber aus Jaipur, Textilien aus Udaipur, Gewuerze aus Jodhpur, schwierig, schwierig. Bereits haben wir zwei Pakete nach Hause geschickt, diese werden jeweils auf der Post fein saeuberlich zu einem Sack zusammen genaeht. Je schwerer das Paket (bzw. der Sack oder wie man das nennen mag/darf) umso guenstiger ist schlussendlich das Porto. Also lieber was schwereres senden als viele kleine. Und der grosse Karton aus Nepal ist in der Zwischenzeit auch schon angekommen :-P

Sonntag, 11. März 2012

Nepal/Indien - Lumbini/Varanasi, Agra

Hui, wie schnell die Zeit vergeht!! Mein letzter Blogeintrag ist bereits ein paar hmmm... Wochen her, die Zeit vergeht aber auch wie im Flug wenn alles neu ist. Ich merke den Unterschied schon zu Nepal, da war fuer mich alles 'Wiederholung' (positiv gemeint) und ich wusste wo sich die besten Restaurants und Plaetze befinden. Hier in Indien muss auch ich mich wieder zurechtfinden und jeden Tag Neues entdecken. Aber immer schoen der Reihe nach:

Die letzten Tage in Nepal verbrachten wir in Lumbini, dies ist der Geburtsort von Buddha. Diesen Ort hatte ich bereits vor 3 Jahren besucht, er lag aber so schoen auf dem Weg, also machten Sonja und ich dort einen Stopp. In Lumbini hat man das Gefuehl man waere schon halb in Indien, das Chaos ist ein wenig groesser, die Leute fangen schon an zu starren und alles ist einfach ein wenig anders. Die Grenze ist auch nur ein paar Kilometer entfernt, von dem her war es schon mal eine gute Uebung. In Lumbini selber hat es nicht viel, es besteht hauptsaechlich aus einer Strasse mit ein paar Hotels, einem Restaurant, einem Internetcafe in welches ALLE Touristen reinstroemen sowie einem Shop. Eine traurige Sache, wo man sich so schnell wie moeglich die Auswahl Pokhara's zurueckwuenscht. Auf unserer ganzen Reise durch Nepal wurden wir immer wieder vorgewarnt wie 'schrecklich' es in Indien waere, die Leute waeren nicht freundlich, es waere viel Chaos, Laerm, Stress, halt von allem einfach zuviel. Wir ueberlegten uns echt ernsthaft ob wir ueberhaupt nach Indien einreisen sollten und Lumbini machte es uns nicht wirklich einfacher. Wir verbrachten dann auch nur einen Tag dort und besuchten die verschiedenen Tempel die jeweils von einem Land gesponsert wurden. So gibt es Pagoden aus Kambodscha (lustig, die war vor 3 Jahren schon im Bau, schade drum, hatte so einen Hauch 'Angkor Wat' an sich) und Tempel aus Deutschland, Thailand usw. Der Ort ist ideal um sich ein Fahrrad zu mieten und den ganzen Tag ein wenig in der Hitze rumzukurven. Viel mehr gibt es dann aber nicht zu sehen. Noch ein Wort zu unserem Hotel: auch da nahmen wir dasselbe welches ich vor 3 Jahren genommen hatte, aber ich erkannte es fast nicht mehr. So eine miese Abstiege!! Das Zimmer war ja noch ok, aber der Vormieter hatte wohl ueberschuessige Kraft welche er an der Badezimmertuere ausgelassen hatte. Diese hing nur noch so in den Angeln und es war nicht mehr moeglich diese zu schliessen. Auch wenn wir sie zumachten war der Spalt (bei der Angel) zentimetergross. Soviel zum Thema Privatsphaere. Wir Deppen sind aber trotzdem zwei Naechte dringeblieben, hauptsaechlich weil es mehr braucht um uns zu schocken bzw. weil wir eh schon so abgehaertet sind. Andere beschweren sich ueber Spinnweben im Zimmer, bei uns muesste wohl schon die Tuere fehlen... ein Bild folgt hoffentlich spaeter noch sobald wir wieder WIFI haben.

So machten wir uns am naechsten Tag auf den schwierigen Gang zur Grenze. Schwierig darum weil wir unser geliebten Nepal verlassen mussten und uns auf fremdes, vermeindlich 'menschenfeindliches' Terrain begaben. Um uns den Einstieg ein wenig leichter zu machen buchten wir ein Taxi vom Hotel bis zur Zugstation in Gorakhpur inkl. den ganzen Tag Sightseeing. Eine nicht ganz guenstige Angelegenheit, aber besser als 3x per Bus umzusteigen und mit dem ganzen Gepaeck in der Gegend rumzuirren.

Der Uebergang von Nepal nach Indien gestaltete sich dann locker-flockig, Formular ausfuellen, Stempel drauf, welcome to India! Weit und breit keine Touristen, nur ich und Sonja... in der Hoelle! Auf den ersten Blick sah es dann tatsaechlich aus wie in der Hoelle - oder wie man es sich dort so vorstellt - , es war noch frueh am Morgen und das Wetter ein wenig dunstig, ausserdem brannten verschiedenen Feuerchen auf der Strasse (kein Scherz) und grosse Lastwagen hupten sich ihren Weg durch den Schmutz. Weit und breit keine Touris, nur Sonja und ich die von den ersten Leuten belagert wurden die Geld umwechseln wollten. Wie immer hier kommen sie gleich in Scharen daher und man ist ueberfordert wo man hinhoeren soll, denn eigentlich verkauft jeder dasselbe. Danach wurde es dann aber besser, wir fuhren auf einer Ueberlandstrasse Richtung Gorakhpur und nach Kushinagar wo Buddha anscheinend verstorben ist. Deshalb ist der Ort heute eine wichtige Pilgerstaette fuer Buddhisten.

Am Ende des Tages brachte der Taxifahrer uns dann zur Zugstation, aber da war alles ein wenig anders als von Europa her gewohnt. Keine Anzeigetafeln (welches Gleis bitteschoooooen?), keine Shops (so richtig anstaendige wo man was anderes als Tee und Pommes Chips kaufen kann), ueberall schliefen die Leute auf den Perrons und vorallem waren UEBERALL Leute. Indien ist ein Zoo, aber WIR sind die sonderbaren Tiere! Es begann schon in Kushinagar, die Leute gucken als haetten sie noch nie Weisse bzw. Touristen gesehen, sie hielten uns die Handy's ins Gesicht und machten Fotos von uns, die Netteren fragten noch ob sie ein Foto machen duerften und stellten sich neben uns. Also man fuehlt sich hier manchmal schon fast wie ein Star, der Auslaenderstar sozusagen. Ich wollte dann zuerst eine SIM-Karte fuer mein Handy besorgen und musste dazu wieder aus dem Gebaeude raus. Ausserdem brauchte ich Geld, aber der einzige ATM schien meine Karte nicht zu schlucken, egal welche ich ihm hinhielt. Ich traf dann im ganzen Gewusel tatsaechlich wieder auf unseren Taxifahrer (ein Ding der Unmoglichkeit!) der mir privat Geld wechselte und mir auch half eine SIM-Karte zu beziehen. Im Reisefuehrer steht zwar es waere extrem umstaendlich eine zu erhalten, man brauche einen Beweis vom Hotel, zig. Passfotos und Kopien des Visums. Meine lief nach 1 Minute und ich musste nur eine Passkopie abgeben. Merke: was im Reisefuehrer steht stimmt nicht immer.

Unsere erste Zugfahrt war dann eher ruhig. Wir mussten zwar noch 6 Stunden rumsitzen und erfuhren erst im letzten Moment auf welchem Gleis er einfahren wuerde, aber es klappte alles prima mit der Reservation. Wir hatten 2AC gebucht, das bedeutet 4-er Abteil mit Klimanlage und ist die zweitbeste Kateogrie. Die Fahrt selber war nur 6 Stunden, der Zug fuhr zu frueh ab und kam zu frueh an. Merke: was im Reisefuehrer steht stimmt nicht immer.

Wir kamen dann bereits um 5.30 Uhr in Varanasi an und schon auf dem Perron fragte uns einer nach unserem Heimatland. Er meinte die Schweiz waere der Himmel, was wir denn hier in Indien machen. Gute Frage... wir gucken wie es in der Hoelle ist? Varanasi gilt als heiligste Stadt der Hindus welche hier freiwillig baden und das Wasser trinken und sich sogar hier verbrennen lassen. Ein Bad im Ganges soll von allen Suenden reinigen. Unser Hotel befand sich natuerlich genau neben einem Verbrennungsghat (so ne Art Platz), daneben wuschen die Leute die Waesche oder badeten eben im Ganges. Der Hotelbesitzer machte dann auch eine kleine Fuehrung mit uns und erklaerte uns welche Leute verbrennt werden und welche nicht. Es gibt wohl 5 Ausnahmen: Kinder unter 10, Schwangere, Heilige, Leprakranke und Leute die von einer Kobra gebissen wurden. Diese werden gleich direkt in der Mitte des Flusses versenkt... als wir am Ghat ankamen wurde prompt gerade jemand verbrannt, man riecht jedoch nichts und man sieht auch nicht WAS da verbrannt wird. Fotos duerfen natuerlich keine gemacht werden, bei uns kommt ja auch keiner auf eine Beerdigung und schiesst Fotos. Die ganze Angelegenheit fand uebrigens vor unserem Fruehstueck statt :-)

Wenn man an Indien denkt fallen einem natuerlich die vielen Kuehe ein die hier ueberall frei rumlaufen. So ist es also tatsaechlich, Kuehe, Ochsen, Bullen, alles laeuft frei rum und geht dann jeweils am Abends wieder zurueck in den Stall. Es hat jedoch auch total viele Strassenhunde und tierische Schweine. Man findet aber auch menschliche welche die Ghat's als oeffentliche Toilette benuetzen, darum riecht es meistens relativ streng waehrend man von einem Ghat zum anderen laeuft. Die Aussicht auf den Ganges ist auch nicht die Beste, wie gesagt wird entweder Waesche gewaschen oder jemand waescht sich oder es liegt einfach sonst Dreck drin oder davor. Wir entschieden uns dann doch noch fuer eine Flussfahrt um den Sonnenuntergang anzuschauen. Varanasi ist echt schwierig zu beschreiben, es klingt nun als waere es ziemlich eklig, dabei haben ich die nervigen Rikschafahrer, die engen Strassen und das ewige Gehupe nicht mal erwaehnt. Trotzdem muss ich sagen ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Horden von bettelnden Kindern, uebernervige Inder die einem alles andrehen wollen und einen staendig uebers Ohr hauen, ein unaushaltbarer Laerm der einem den letzten Nerv raubt. Klar, manchmal muss man einfach tief Luft holen (oder eben auch nicht, je nachdem wo man gerade steht...) und elegant den ganzen Motorraeder, Tuk-Tuk, Strassenhaendler, Fahrradfahrern und Menschen ausweichen. Aber mit einem Laecheln auf dem Gesicht geht alles viel einfacher. Merke: was im Reisefuehrer steht stimmt nicht immer

Unser naechster Stopp war dann Agra, AGRAAAA, sprich Taj Mahal. Fotos folgen, aber ich hoffe ich muss niemandem erklaeren wie dieser aussieht. Agra selber hat auch einen schlechten Ruf, es waere einmal mehr eine schmuetzige, haessliche Stadt mit den nervigsten Rikschafahrern (wenn man Delhi auslaesst) Indiens. Also wenigstens diese Behauptung ist wahr. Man musste echt nur aus dem Hotelgate rausgucken und schon riefen sie: Rikscha Madame? Der groesste Fehler ist auf der Strasse einfach anzuhalten und unsicher um sich zu schauen da man nicht weiss in welche Richtung man gehen soll oder welches Restaurant man nehmen soll. Schon kommen die ganzen Leute und wollen Rikschafahrten, Schmuck, Postkarten, Reisetouren und aehnliches verkaufen. Das war tatasechlich sehr anstrengend. Ich muss jedoch dazu sagen dass wir auch nur ca. 200 Meter vom Taj Mahal wohnten. Der Vorteil: man braucht tatsaechlich KEINE Rikscha um hinzukommen und alle Restaurants in der Umgebubung haben eine 'to die for'-Aussicht auf den Taj, dafuer kriegt man eben die ganze nervige Bande all inclusive.

An Sonja's Geburtstag (3.3.) machten wir uns fruehzeitig auf um den Sonnenaufgang vor dem Mausoleum anzugucken. Lustigerweise existieren da verschiedene Warteschlangen, solche fuer Touristen, solche fuer die Inder. Dann gab es sogar eine welche dann noch Maennchen und Weibchen aufteilte, also insgesamt 4 Warteschlangen. Die Inder liessen sich dann ein wenig Zeit, aber wir kamen gerade noch rechtzeitig drin an. Viele Leute uebernachten nicht in Agra sondern kommen als Tagestour von Delhi her, dementsprechend hat man fruehmorgens noch nicht viele Touristen und die Fotos sehen noch nicht 'overcrowded' aus (es waere uebertrieben zu sagen es haette ueberhaupt keine Leute gehabt, aber es war in Ordnung fuer eine der groessten Sehenswuerdigkeiten Indiens). Der Taj Mahal IST also wirklich eindruecklich, das Gebaeude ist wunderschoen und sieht im ersten Licht des Tages einfach bezaubernd aus. Es nimmt einfach wirklich fast den Atem weg, nur schon alleine der Gedanke: ich bin vor dem Taj Mahal!

Wir guckten uns auch das Agra Fort an, auch dort wieder wurden wir begafft wie bunte Tiere, die weissen Auslaender. Sie sind hier nicht von der Haarfarbe fasziniert, im Gegenteil, sie meinen sogar wir Westler sehen alle gleich aus. Aber sie finden es toll weil wir so hell sind. Frechheit, dabei bin ich richtig schoen braungebrannt, aber neben den Indern verblasst meistens meine ganze Farbe. Eine andere Farbe bekam ich auch von einem Getraenk namens Mirinda Orange Masala. Dies ist so eine Art Fanta, aber mit einem speziellen Geschmack (Masala ist eine Gewuerzmischung aus verschiedenen Gewuerzen, an und fuer sich nichts 'extremes' dabei). Schon Sonja ist ueber dieses Masala daruebergestolpert (bzw. ihr Magen), nun erwischte es auch mich, aber auf eine andere Art. Ich bekam einen ziemlich ueblen Ausschlag der dann nach ein paar Stunden wieder nachliess. Zuerst brauchte ich aber ein Weilchen um zu merken dass der Ausschlag vom Getraenk kam, so trank ich sicher 3x davon! Wir haben uns fuer den Rest der Reise geschworen: kein Masala mehr fuer uns!! Auch sonst stehen wir dem Essen ein wenig kritisch gegenueber, es ist halt doch oft scharf bis sehr scharf obwohl wir es dann als 'nicht scharf bitte' bestellen. Immer wieder weichen wir auf unsere Kueche aus, gestern zum Beispiel gab es fuer meinen erzuernten Magen eine Pizza.

Wir sind nun bereits in Udaipur, aber dies erzaehle ich ein anderes Mal. Wir sind jedoch beide positiv ueberrascht von Indien, bis jetzt (touch wood!!) ist es nicht halb so schlimm, die Inder haben uns weder ueber den Tisch gezogen noch sind sie unfreundlich. Im Gegenteil, die ganze Reise geht weiter wie sie in Nepal aufgehoert hat, alle sind wahnsinnig nett und noch ist uns niemand zu nahe getreten. Wir freuen uns auf den Rest!

Varanasi by night vom Boot aus

Das versprochene Foto unseres Hotels in Lumbini, man beachte die Tuere oder was davon noch uebrig ist

Eines der Ghats in Varanasi... immer viel los

Der Taj Mahal!!

Bahnhof in Agra, morgens um 5.36 Uhr


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fort Agra

Freitag, 24. Februar 2012

Nepal - Pokhara, Bhatkhola

Es wird Zeit wieder mal Blog zu schreiben. In der Zwischenzeit bin ich sozusagen in die Vergangenheit gereist, oder eben nicht. Zwar bin ich zurueck nach Pokhara und zur Gastfamilie gekehrt, aber trotzdem haben sie hier das Jahr 2068, bald 2069 (glaube ich jedenfalls...). Nach etwa 3 Wochen Kathmandu habe ich die Stadt endlich hinter mir gelassen. Kulturell ist es dort sicher spannender als in Pokhara, die ganzen Tempel und Sehenswuerdigkeiten sind dort, aber dementsprechend findet man auch den Laerm, das dauernde Gehupe und die schlechte Luft in der Hauptstadt. Pokhara ist die Schoenheit am See, mit den 8000-er Bergen im Hintergrund. Einmal mehr bin ich erstaunt und fasziniert WIE hoch diese sind. Der Saentis ist ein Huegel dagegen!

Pokhara 2012 ist natuerlich eine ganz andere Sache als noch vor 3 Jahren. Meine wichtigsten Verbindungspersonen sind weg, meine Volontaerkollegin Amy zurueck in England, mein Gastbruder Krishna mit Frau und Kind in Spanien. Auf meinem alten Handy (welches ich extra mitgenommen habe fuer die Nepali SIM-Karte) habe ich doch tatsaechlich noch Telefonnummern gefunden von laengs verschollenen Freunden. Ich habe es mir dann erlaubt und habe einfach so ein SMS geschrieben, von wegen ich waere wieder zurueck. Der eine, Yam, hat dann tatsaechlich reagiert, so das wir uns nach 3 Jahren wieder trafen. Echt komische Sache, ich haette ihn wohl nicht mehr erkannt. Nun ist er mein Facebook-Kollege, so geht er nicht mehr so schnell verloren :-))  Ich fand es ja schon ein wenig frech von mir einfach nach 3 Jahren wieder aufzutauchen und ein SMS zu schreiben, aber er war begeistert. Na also, manchmal muss man es einfach wagen.

 Als erstes musste ich mich zuerst mal wieder in Pokhara zurechtfinden. Statt wie bisher in Krishna's Jenisha Inn zu uebernachten (welches er ja aufgab) suchten wir uns eine neue Bleibe. Lustigerweise ist das neue Hotel nur eine Querstrasse entfernt. Na ja, viel groesser ist Lakeside Pokhara, also die Touristengegend, eh nicht. In den letzten Jahren wurde hier extrem viel (ver)gebaut. Wir sind dann auch zum Jenisha Inn zurueckgekehrt, aber ich musste 2x gucken. Ich bin diesen Weg sicher 200x gelaufen und trotzdem war ich verwirrt... ein neuer Name (damit hatte ich gerechnet), aber aufgestockt wurde es auch. Nun ist das Hotel doppelt so hoch! Auch das Red House (siehe auch Blog ueber Nepal 2009) wollte ich besuchen, aber auch hier war ich verwirrt. Woooo ist es denn? Meine Freunde hatten gesagt das Haus waere verschwunden, aber ich hatte nicht damit gerechnet das stattdessen 3 (!!) neue Hotels dortstehen! Verschwunden ist der Bambus, verschwunden sind die Papayabaeume, verschwunden ist die ganze Natur! Es ist doch ein wenig erschreckend wie zugebaut Pokhara im Vergleich zu den Vorjahren erscheint. In Kathmandu war der Unterschied nicht so krass, halt auch weil in Thamel schlicht und ergreifend nicht mehr viel Platz vorhanden ist um neue Gebaeude zu errichten. So ist nun auch das Buddhistenzentrum in der Umgebung des Red Houses ziemlich eingepfercht zwischen all diesen Hotels. Sonja und ich besuchten den Wochenendkurs und genossen ein paar Stunden Ruhe mit Meditation, Yoga und Buddhismuslehre. Der Lehrer (Moench) ist immer noch derselbe, zum Glueck!

Ein paar Dinge sind aber auch weiterhin unveraendert. Zum Beispiel hat mich der Typ aus dem Internetcafe erkannt, bin halt ein ehemaliger Dauergast. Viele Restaurants existieren auch noch, das ist mir persoenlich wichtig. Juhui Essen! Gestern gab es Pizza, heute essen wir chinesisch. So zum Abschluss, denn morgen geht es weiter nach Lumbini, den Geburtsort von Buddha. In ein paar Tagen uebertreten wir dann die Grenze nach Indien, wir sind schon sehr gespannt wie gross der Unterschied zwischen den beiden Laendern sein wird. Wir befuerchten aber schon mal dass das Essen eher scharf sein wird, darum goennen wir uns zum Abschluss nochmals was 'exotisches' Suess-saures. Als haetten wir sonst nicht genug Reis :-))

Leider hatten wir die ersten paar Tage in Pokhara kein Wetterglueck. Und ich kann euch sagen, ohne Wetterglueck ist man hier aufgeschmissen. Was machen wenn die Berge im Nebel/Wolken versteckt sind? Wir haben dann einen Toeffausflug mit Yam gemacht, zum Teil konnte man einen kurzen Blick auf Mount Fishtail (je nachdem von welcher Seite man guckt koennte es glatt das Matterhorn sein) erhaschen. Aha, sie sind also doch da, die Berge. Kaum waren wir fuer 3 Tage im Buddhistenzentrum wurde das Wetter besser, man kann nicht immer Glueck haben. Nach dem Kurs machte ich mich auf zurueck ins Dorf, nach Bhatkhola. Ich bat Krishna seine Familie zu informieren das ich komme. Zuerst wollte Sonja mit, sie entschied sich dann doch fuer das angenehmere Leben in Pokhara mit WIFI, internationaler Kueche und Elektrizitaet aus dem Generator, also ging ich alleine.

Ich kannte den Weg ja auswendig, zuerst das Taxi zum Busstand, dann den Bus nach Karketari und dann eine kleine Wanderung nach Bhatkhola. Mein Akzent scheint jedoch ein wenig stark zu sein, dazu war der Typ im Bus nicht der Hellste. Obwohl ich in Karketari erwaehnte dies waere mein Stopp meinte er ich muesse noch weiterfahren. Ich war auch ein wenig verwirrt da ich wusste das neu eine Jeepfahrt nach Bhatkhola angeboten wird (statt laufen). Ich wusste ja nicht WO genau dieser Jeep warten wuerde. Aber je laenger ich im Bus sitzen blieb umso mehr wusste ich das ich falsch war und wohl wieder umkehren durfte. Der ganze Bus machte sich bereits ueber mich lustig da ich immer wieder sagte ich muesste nach Bhatkhola. Ich fand dann jemanden der halbwegs akzeptabel Englisch sprach und er meinte der Stopp kaeme gleich. Nach ein paar Minuten hiess es dann: Willkommen in Bhartkhola!! Nun verstand ich ! Ich wollte nach Bhatkhola, nicht Bhartkhola! Und wer bitte schoen tauft ein Dorf ein paar Kilometer entfernt auf fast denselben Namen?? Sie verfrachteten mich dann in einen Bus in die andere Richtung, also wieder alles zurueck. Lustigerweise war die Rueckfahrt viel kuerzer, wohl auch weil ich wusste das die Richtung wenigstens stimmte. Ich wurde dann in Karketari entlassen und suchte mir diesen Jeep. Aber auch hier hatte ich mich zu frueh gefreut, oder sagen wir ich hatte fast damit gerechnet das es keinen gab. Schliesslich bin ich wieder (fast jedenfalls...) im Dorf, also expect the unexpected. Erwarte das Unerwartete, es kommt immer anders als man denkt, denke am besten ueberhaupt nicht und mache keine Plaene. Embrace the village life!

Wenigstens fand ich den Weg von Karketari nach Bhatkhola relativ schnell, das hat mich dann schon erstaunt. Es handelt sich immerhin um eine ca. 50-minuetige Tour durch Reisefelder, ueber einen Fluss, ueber Steine, noch mehr Steine und dann ein Nepali flat (also mal geradeaus) bis zum Haus. Bei den letzten 200 Metern wurde ich dann leicht unsicher und zeigte einer Einheimischen das 3 Jahre alte Foto des Hauses welches ich auf dem Handy hatte. Es geht also doch auch ohne Sprachkenntnisse. Normalerweise stand immer wer vor dem Haus, als ich ankam war natuerlich niemand zu sehen. Ich guckte dann zur Kueche/Esszimmer/Wohnzimmer rein und der Hund guckte zurueck. Wochenlanges streichelt zahlt sich eben doch aus, denn Tiger (wir nannten ihn Puppy, das heisst Welpe. Damals stimmte es wenigstens noch...) war in zwei Sekunden draussen, sprang an mir hoch und umarmte mich (ich schwoers, das WAR eine Umarmung, ich spuerte die Krallen durchs T-Shirt). Soooo suess! Die Eltern kamen dann auch raus, von ihnen gabs ein Namaste, also die Haende zum Gruss zusammengefaltet. Hier sind sie halt nicht umbedingt 'touchy', das heisst es gibt keine Umarmungen und kein Koerperkontakt wenn nicht unbedingt noetig. Die Kinder waren noch in der Schule, trudelten dann aber auch nach und nach ein. Waehrend die Jungs, Bhoj (nun 17) und Kumar (nun 14), riesige Spruenge gemacht haben von Kindern zu jungen Burschen sieht Sita (nun 12) praktisch noch gleich aus und verhaelt sich leider auch immer noch gleich. Das bedeutet sie hat am zweiten Tag meine Nerven bereits wieder ziemlich geschlissen, hiiiilfe.

Veraendert hat sich ansonsten nicht viel, wir sassen immer noch im Halbdunkeln in der Kueche um das Holzfeuer rum, sie haben immer noch keinen TV (zum Glueck!). Wie erwaehnt ist Krishna nun (arbeitslos...) in Spanien waehrend Kamal (nun 20) in Qatar fuer ein Einkommen sorgt. Sie haben komischerweise auch ein zweites Haus (aber kein Fernseher...) und das Essen ist abwechslungsreicher als frueher. Es gibt nun mehr verschiedene Gemuesesorten als immer nur Kartoffeln. Eigentlich hatte ich ueberhaupt keine Kartoffeln faellt mir nun auf! Am zweiten und letzten Abend gab es sogar Ziegenfleisch welches sie auf dem Markt kauften. Vor 3 Jahren noch unvorstellbar, damals wurde zur Feier das Tages (nach 8 Wochen) ein Huhn ge... hmm..koepft.

Obwohl ich durch eine zuverlaessige Quelle (dachte ich...) abgeklaert hatte ob ein Feiertag waere und die Quelle meinte noooo, war's natuerlich ein Feiertag. Verrueckt was die hier staendig feiern, dieses Mal war es das tibetische Neue Jahr, und das mitten in einem Hindudorf. Dementsprechend waren die Schulen geschlossen und ich verbrachte den Tag mit Sita. Eigentlich wollte ich ja ein wenig alleine im Dorf rumspazieren, aber ich hatte auch vergessen das es hier keine Privatspaehre gibt. Also liess ich mich von Sita begleiten. Wir besuchten ihre Freundin auf der anderen Seite des Flusses, das heisst einmal alles runterlatschen, ueber die Bruecke und dann wieder alles rauflatschen. Ich habe vielleicht offiziell keine richtige Trekkingtour gemacht, aber das war bestimmt mehr als 'Bewegung an der frischen Luft'. Wir bekamen dann Wasser und Tee den ich schluerfte waehrend mich 15 Personen beobachteten und in Nepali Kommentare abgaben die ich nicht mal halbwegs verstand. Einer konnte dann Englisch und hat gemeint ich waere so 'stark' und 'fett'. So kann man es auch nennen, danke schoen...

An der Schule hat sich nicht viel veraendert, die Lehrer hoeren auf Unterricht zu geben sobald sie Besuch haben. So sassen wir groesstenteils im Lehrerzimmer rum. Die ehemalige Englischlehrerin hat in der Zwischenzeit geheiratet und wohnt in den USA, wie ungewoehnlich. Ansonsten sind die Gesichter noch dieselben und alle haben sich gefreut mich wieder zu sehen. Was mich ein wenig nervte war das ich nach Unterstuetzung gefragt wurde, von wegen ob ich Geld da lasse. Ich wollte nicht einfach fuer irgendwas Geld geben sondern moechte lieber eine gute Sache unterstuetzen. Im Dorf scheinen sie mir noch ein wenig 'ohne Plan' zu sein. Man siehts ja an der Schule, in 3 Jahren hat sich null und nichts veraendert. Oh doch, sie haben nun einen Gaskocher im Lehrerzimmer... Schuelermaessig sind die meisten von frueher nun in der Sekundarschule. Wegen des Feiertages lag es mir nicht drin beide Schulen zu besuchen. So hatte ich die Schueler der Klassen 1 bis 3 noch nie zuvor gesehen. Ehrlich gesagt erkannte ich auch die wenigstens aus den Klassen 4 bis 5, ich fand auch es hatte weniger Schueler als erwartet in den Klassen. Der Englischlehrer versuchte mir dann zu erklaeren dass viele Eltern ihre Kinder nach Pokhara in Privatschulen senden (ich verstand ihn meistens nicht auf Anhieb, er musste seine Fragen oft 2 oder 3x wiederholen, peinlich).

Uebernachten durfte ich in der Gastfamilie in meinem alten Zimmer. Ich war dann schnell wieder im 'Dorfmodus' drin, also Zaehne putzen unter sternenklarem Himmel (gespuckt wird ins Gras, gespuehlt eh mit gekauftem Wasser), Reis-Linsen zum Fruehstueck, Reis-Linsen zum Abendessen, zwischendrin tonnenweise Tee, Eggbread (wir nennen es Spiegeleier) und Roti mit Honig (gab es frueher auch nicht). Eigentlich wollte ich ihr Leitungswasser nicht trinken, aber das Essen war zum Teil so scharf das ich nicht anders konnte. Und einmal mehr erwischte ich einen sonderbaren Teil Ziegenfleisch welcher dieses Mal schneller in mein Taschentuch wanderte. Sogar eine Katze hats nun im Haus, ich achtete peinlich genau darauf das Taschentuch dieses Mal nicht zu verlieren, hehe.

Nach 2 Tagen im Dorf hatte ich dann ehrlich gesagt auch wieder genug. Alle wollten mich am liebsten wochen- oder monatelang dort behalten, aber ich war doch wieder froh nach Pokhara zurueckzukehren. Es ist halt doch extrem schwierig, denn die Kinder in der Familie verstehen immer noch sehr schlecht Englisch und auch in der Schule lief es nicht besser. Das Dorf wird immer ein Mysterium fuer mich bleiben, hauptsaechlich weil wir uns nicht richtig verstaendigen koennen. So sind die Sachen nun halt einfach mal wie sie sind, entweder ich mache mir meinen eigenen Reim darauf oder ich vergesse einfach das ich es mal wissen wollte. So einfach ist das.

Meine Familie hat ja Bueffel, Ochsen und Co wie die meisten im Dorf, diese benoetigen sie fuer die taegliche Arbeit auf dem Feld, oder dann halt als Milchgeber. Jedenfalls gingen Sita und ich die Bueffel (beim zweiten Haus wo sonst niemand zu wohnen scheint. Sie benuetzen es nur zum uebernachten fuer die aelteren Soehne) fuettern, sie sollte ihnen Wasser geben. Sie nahm also den Wasserkrug (so ein Riesending fuer ca. 10 bis 15 Liter, schaetzungsweise) und wir machten uns auf zum Wasserhahn, aber dort kam nichts raus. Leer... Ich, aufgeschmissen, was machen wir denn nun? Die Kleine: wir ghen zum Fluss! Ich fuehlte mich echt daemlich und konnte mir auch nicht vorstellen wie sie das machen wollte. Sie schleppte dann aber den Wasserkrug in einem Behaelter bis zum Fluss runter. Ich war mit Sandalen unterwegs und fuehlte ich ziemlich 'local', musste jedoch aufpassen das ich nicht ausrutschte. Sie schleppte dann das ganze Gewicht um den Kopf gebunden wieder rauf. Auf einmal vergass ich in welch misslicher Situation ich mit den Sandalen war. Hey, wenn es eine 12-jaehrige mit 15kg Gewicht schafft werde ich doch wohl nicht kleinbeigeben. Fuehlte mich als wuerde ich in der Grossstadt wohnen, schon alleine wegen der doofen Frage von wo man Wasser herbekommt wenn der Wasserhahn keines hergeben will, seufz...

Am letzten Tag gab es dann einen groesseren Abschied, das heisst ich bekam ein Tikka, sowohl von der Familie wie auch von den Lehrern und den aeltesten Schuelern. Bhoj und Puppy begleiteten mich dann zurueck zur Bushaltestelle nach Karketari und guckten das ich auch ja den richtigen Bus erwische (also bitte... verfahre mich doch nicht, hehe). Zurueck in Pokhara wurde ich freudig von Sonja begruesst (Foto ist auf Facebook) und ich sage euch, praktisch jeder auf der Strasse hat einen Kommentar zu meinem Tikka abgegeben. Es lag nicht an mir, es lag am Tikka. Aber war nett so fuer einen Tag, die ganze Aufmerksamkeit. Nun sitze ich hier im Internetcafe, Sonja ist am paragliden (nix fuer mich). Da ich soooo viel geschrieben habe hat es keinen Platz mehr fuer die Fotos. Nein nicht wahr, es funktioniert einfach nicht mit dem raufladen. Vielleicht kann ich mir ja noch was von Sonja ausleihen, sie macht die Fotos per IPhone und stellt sie dann direkt online. Herrlich wenn man WIFI hat, haette...

Sonntag, 12. Februar 2012

Nepal - Kathmandu, Jyamrung/Dhading

Bereits bin ich Stammgast hier in Kathmandu. Es kam ja alles anders als geplant, wie immer. Ich erinnere mich nicht mal ob ich erwaehnt habe dass der Meditationskurs ausgefallen war. Statt waehrend 10 Tagen meine Mitte zu finden habe ich die Tage nepalistyle verbracht, da ne Tee-Einladung, dort ein bisschen sightseeing, immer schoen langsam und mit der Ruhe. Sonja kam ja erst 13 Tage spaeter, so war ich ein wenig auf mich alleine gestellt. Zum Glueck kannte ich noch Leute von meinem letzten Besuch, z.B. Saroj der damals mein Nepalilehrer (vom Volontariat) war oder Gopal, mein Brieffreund (ohne Scherz!) den ich nun zum ersten Mal traf. Die Kaelte machte ja alles ein wenig unangenehmer. Zwar ist es mittags jeweils schon fast wieder heiss, dafuer ist es morgens und abends a...kalt so ohne Heizung. Meine erste Investition: gefuetterte Handschuhe. So habe ich meine Tage mit lesen, Freunde besuchen, Internet gucken, Tee trinken und in der Sonne sitzen verbracht. Alle haben ueber die Kaelte in Europa geschimpft, aber auch hier hat es 0 Grad und die Fenster sind undicht, eine Heizung nicht vorhanden und die Tueren meistens offen. Man kann sich dies nicht vorstellen. Auch Sonja ist erschrocken, obwohl sie direkt aus dem Kuehlschrank Europa hierherflog. Man 'gewoehnt' sich jedoch  mit der Zeit daran, die Devise ist 'soviel wie moeglich tragen', momentan habe ich drei T-Shirts unter der Jacke (der Pulli ist in der Waesche, auch das muss mal sein).

Am Tag als ich die Kopan Monastery besuchen wollte wurde gestreikt. Ich kam aus dem Hotel raus und es fiel mir auf dass saemtliche Laeden geschlossen waren! Das bedeutet: Laden runter und mit dickem Schloss abgeschlossen. Ich fand das ein wenig suspekt und fragte im Hotel nach. Anscheinend wuerden Studenten gegen die Gaspreise (also Kochgas) protestieren und die Ladenbesitzer haetten Angst das man ihnen die Scheiben einschlagen wuerde bzw. dass sie den Laden stuermen wuerden. Beruhigend... im Thamel, der Touristengegend war es dann auch ungewoehnlich ruhig. Es fuhren keine Taxi, alle Leute waren zu Fuss unterwegs. Kein Vergleich zum Chaos aus Verkaeufern, Touristen, Taxi- und Motorradfahrern welches normalerweise herrscht. Es war schon nahezu unheimlich obwohl viele Leute unterwegs waren. Ich entschied mich dann zurueck ins Hotel zu gehen und den ganzen Tag (!!!) auf dem 'rooftop' (Hausdach) in der Sonne zu verbringen. Rooftop ist hier eh das Schlagwort, wenns schon mal warm ist sitzt man sich gerne in die Sonne. Diese sind oft im 5. oder 6. Stock, also entweder man kennt sich aus, guckt nach Schildern oder laesst sich vom Reisefuehrer leiten. Oft sind die besten Plaetze naemlich ziemlich versteckt.

Anfang Februar kam  dann endlich Sonja hier in Nepal an und erloeste mich von meiner Einsamkeit. Klar gab es immer was zu tun, aber vorallem die Zeit zwischen 16.00 und 19.00 Uhr (zu kalt fuers rooftop, zu frueh fuer Abendessen) war dann doof. Immerhin hatte ich bis zu ihrer Ankunft mein Indienvisum beantragt (ganze 3x musste ich vorbei, das ist aber die normale Prozedur) und auch eine Nepali SIM-Karte gekauft, weise Idee wenn man kein WIFI hat. Ich war bis dahin auch 2x auf dem Weg zum Durbar Square gewesen, aber beide Male kam ich nicht weit bzw. beide Male wurde es teuer. Einmal hat mich ein gelangweilter Tourguide aufgegriffen und ist den ganzen Weg mit mir gelaufen. Ich dachte schon er mache es nicht aus reiner Freundlichkeit, so verlangte er am Schluss Geld dafuer obwohl ich ihn nicht aufgefordert hatte mitzukommen. Immerhin hat er seine Sache super gemacht, ich koennte ihn glatt emfehlen. Beim zweiten Mal folgte mir ein Inder der hier schwarz als Schuhputzer arbeitet. Ich hatte ihn gleich angegiftelt dass ich im Fall keinen Reisefuehrer brauche. Auch er folgte mir und zeigte mir die ganzen Tempel sowie ein Foto von seinem Baby dass er daheim ernaehren muesste. Ich dachte mir es ist wenigstens eine gute Investition wenn ich einen Sack Reis kaufe, besser als Geld geben. Ich muss ja nicht erwaehnen dass er eigentlich zuerst Reis, Milch und Oel wollte und mir das dann doch zu teuer war. Ich hoffe der Reissack hat ausgereicht. Danach entschied ich mich nicht mehr alleine diesen Weg zu gehen. Er ist zwar alles andere als gefaehrlich, aber man laesst mich einfach nicht alleine.

Jedenfalls kam dann endlich Sonja an, ich habe die Arme zu Beginn schon ziemlich ueberfordert. Ich weiss ja wie Kathmandu auf den ersten Blick wirkt, aber ich habe dem ganzen noch eins draufgesetzt. Zuerst mal gabs eine flotte Tour, dann habe ich ihr ein paar Volontaere vorgestellt, meine Nepali-Kollegen ebenfalls, wir tranken Tee und noch mehr Tee und einen Tag spaeter waren wir bereits unterwegs auf kleiner Trekkingtour in ein abgelegenes Dorf. Ich rede hier nicht von 'meinem' Dorf bei Pokhara sondern von seinem. Er ist Ram, ihm gehoert das Hotel in welchem wir uebernachten, gleichzeitig hat er ein Reisebuero das einen sehr guten Eindruck macht. Letztes Jahr hat er einen nationalen Preis fuer die umweltfreundlichen Reisen, die er anbietet, gewonnen. Zusammen mit schwedischen Sponsoren haben sie in seinem Dorf einiges aufgebaut, es gibt u.a. ein Kleinwasserkraftwerk  fuer 125 Haushalte, ein Spital mit Pflegepersonal welches fair bezahlt wird und Aktionen wie Decken und Matten fuer die Aermsten. Vor einigen Jahren wurden auch Toiletten fuer die unteren Kasten gebaut. Dies hatte zur Folge dass sich die hoeheren Kasten dachten 'das wollen wir auch' und selber welche bauten. Somit ist eine ziemlich gute Infrastruktur vorhanden, wenn Beduerftige Geld fuer Medikamente benoetigen wird geholfen. So kam es nun dass Ram eine kleine Tour in sein Dorf plante, da ein schwedischer Reporter sowie ein schwedischer Fotograf Material fuer die Sponsoren benoetigten. Wir wurden sozusagen eingeladen uns das Ganze anzuschauen. Ich musste ein bisschen auf Sonja einreden da sie ja erst zwei Tage zuvor angekommen war und ich sie mit der Geschichte ein wenig erschreckt hatte. Es war jedoch alles sauber, also kein sonderbarer Reisefuehrer der uns irgendwohin verschleppen wollte :-)  Er haette eh ziemlich schwer geschleppt, denn die Reise ins Dorf bestand nicht nur aus Autofahrt sondern auch aus einer kurzen Wanderung. Die war aber echt nicht der Rede wert, vorallem wenn man den Heimweg der Reise kennt (tut ihr jetzt noch nicht, aber ich wollte es mal erwaehnen).

Wir machten uns also am Sonntag auf den Weg nach Jyamrung. Zuerst hiess es 2 Stunden normale Strasse, 2 Stunde Holperstrasse und dann laufen, irgendwas zwischen 30 Minuten und einer Stunde. Es zoegerte sich dann alles ein wenig raus, auch weil wir unterwegs die Rueckscheibe des Jeeps verloren! Wirklich der einzige Zwischenfall, diese konnte aber schnell wieder eingesetzt werden. Staubig war es ja sowieso, denn die Holperpiste verdient nicht mal den Namen 'Piste', geschweige denn 'Strasse'. Ich habe ja schon einiges schlechtes gesehen, aber das sprengt wohl alles. Wir kamen nur im Schritttempo vorwaerts und wurden kraeftig durchgeschuettelt. Im Dorf angekommen wurden wir aber freundlich aufgenommen. Es hatte mehrere Zimmer da extra fuer Gaeste/Volontaere/Sponsoren ein Haus gebaut wurde. Der Komfort war aehnlich wie in meinem Dorf, also auch hier kein direkter Zugriff auf eine Strasse, nur lokale Laeden, kein TV, kein 'richtiges' Wohnzimmer, keine Fenster, dafuer viiiiieeel Dal Bhat (Reis mit Linsen). Hatte ich meinen Appetit in der Kaelte von Kathmandu zwischenzeitlich verloren kam er mit voller Wucht zurueck. Ich wuerde behaupten mein Koerper hat automatisch in den Dorfmodus geschalten. Wenn's Dal Bhat gibt, dann reichlich. 'Wenig' wird nicht verstanden, die Gaeste sollen es gut haben und sollen gemaestet werden. Anders als in meinem Dorf wurden wir total verwoehnt, das heisst es gab zusaetzlich zum Linsenreis auch Brot, Suppe, Nudeln, Suessigkeiten und Sunntalas (Manderinli). Klingt super, ist aber unheimlich viel zu essen. Die Portionen sind wirklich unglaublich, schon ein Kleinkind haut rein was bei uns ein Mann runterbringen wuerde!

Am ersten Tag durften wir zugucken wie die Decken im Dorf verteilt wurden. Da erkennt man wieder den eigenen Ueberfluss und wie unwichtig manche Dinge doch waeren. Andere freuen sich ueber eine warme Decke die sie sich selber nicht leisten koennen! Wir haben auch weitere Projekte angeguckt und haben mit den Personen gesprochen die sich teilzeitlich um das Wasserkraftwerk kuemmern. Das heisst es wird abends um 16.00 Uhr (in der Winterzeit) jeweils der Strom eingestellt und morgen dann wieder abgestellt. Der eine davon arbeitet normalerweise als Lehrer, verdient sich so aber noch einen zusaetzlichen Batzen dazu. Er war eh unser 'Handyman', das heisst er kann alles, sogar eine Ziege fachmaennisch auseinandernehmen (siehe auch Foto unten). Wir durften zugucken, also vom Zeitpunkt als das Beil auf ihren Hals donnerte bis zu den verschiedenen Haeufchen mit Fleisch die gemacht wurden. Jeder 'Besteller' bekam gleich viel, es wurde fair verteilt. Das heisst das wir nicht nur die Filetstueckchen abraeumten sondern auch Magen, Darm usw. mitbekamen. Super... Und was macht man bei einer Einladung? Man probiert! Ich hatte auch nur vier Ziegenstuckchen im Essen (ich kann nicht Fleisch schreiben...), aber das vierte Stueck gab mir den Rest. Da es hier keine Messer gibt war es nicht unbedingt mundgerecht und liess sich auch mit den Zaehnen widerwillig zerkleinern, so wie ein Kaugummi. Als niemand guckte spuckte ich es schlussendlich ins Taschentuch... sorry, ich brachte es echt nicht runter... das war wohl ein Teil des Magens oder was es dort noch so hat. Als ich dann zurueck ins Zimmer ging holte ich die Taschenlampe aus der Jacke raus und verlor gleichzeitig das Taschentuch. Ich bemerkte den Verlust erst im Zimmer und huschte nochmals die Stufen runter. Die Katze hockte bereits auf meinem Taschentuch welches schon ziemlich zerfetzt aussah! Peinlich!! Schnell entsorgte ich das Taschentuch, auf keinen Fall haetten dies die Gastgeber erfahren duerfen (und ich hoffe er uebersetzt meinen Blog nicht auf Englisch, sonst kommts raus... there are a few things you just don't need to know :-))   )

Waehrend fuer Sonja und mich der Aufenthalt locker-flockig war mussten unsere beiden schwedischen Kollegen Mikael und Martin arbeiten. Fuer uns war es total interessant mal einem Fotograf ueber die Schulter zu gucken. Dies taten wir auch im wahrsten Sinne des Wortes. Um die guten Fotos abzustauben standen wir meistens schraeg hinter ihm, so das wir auch was vom Motiv hatten :-)  Leider leider kann ich die Bilder nicht hochladen. Was ihr hier seht ist alles Copyright Sonja Jegen, sie hat die Bilder mit ihrem IPhone gemacht und dann aufs IPad geladen. Tolle Sache!

Eigentlich wollten wir nur zwei Tage bleiben, wir wurden dann aber schnell ueberredet nochmals eine Nacht anzuhaengen. Aber wir hatten wirklich eine tolle Zeit im Dorf, alle waren total nett und haben uns immer wieder zu Tee eingeladen, einmal gab es sogar Zuckerrohr. Wir hatten uns ziemlich doof angestellt da man dies sozusagen mit den Zaehnen schaelt. Aber lecker wars, und danach hatte ich eine Ueberdosis Zucker. Nicht das dies meinen Appetit aufs Abendessen geschmaelert haette. 

Dummerweise regnete es am naechsten Tag in Stroemen. Wir dachten zuerst es wuerde wieder aufhoeren und warteten und warteten, aber es war keine Besserung ins Sicht. Waehrend Sonja und ich uns einfach in den Schlafsack zurueckzogen und ein wenig lasen mussten Ram, Mikael und Martin zum Spital um Fotos zu schiessen und Interviews zu fuehren. Uns haette es zwar auch interessiert, aber der Regen war wirklich unglaublich und wir wollten nicht pitschnass zurueckkehren, vorallem weil wir nur mit zwei Dorftagen gerechnet und dementsprechend wenig Kleidung dabei hatten. So kam es dass wir nochmals eine zusaetzliche Nacht bleiben mussten, jedoch war es weiterhin unsicher ob wir ueberhaupt 'rauskamen'. Nach stundenlangem Dauerregen konnte die Holperpiste nicht fahrbar sein. Wir entschieden uns dann Ram's Jeep (kommt erst morgen zurueck!) stehen zu lassen und zu Fuss (fettes Ausrufezeichen) zur Asphaltstrasse zu gehen. Klingt easy, ist in Nepal aber nicht ganz so einfach. Zuerst mussten Traeger organisiert werden bzw. Ram organisierte sie einfach, total nett. Dann gings zwei Stunden lang aufwaerts bis wir zur Holperpiste kamen. Der Bus steckte aber mehr oder weniger fest, so dass wir zuerst mal vorausliefen statt auf ihn zu warten. Er kam dann tatsaechlich nie, so das wir nach 4 weiteren Stunden dann im Headquarter (Dhading Downtown sozusagen) ankamen. Von dort aus mussten wir 'nur' noch den 3-stuendigen Bus nach Kathmandu nehmen wo uns nicht nur ein Hotelzimmer erwartete sondern auch eine ueberheisse Dusche. Zur Feier des Tages, ich glaube ich wurde uebermuetig, hatte ich dann Dal Bhat waehrend sich Sonja an schoenen, frischen Pommes erfreute. Wie schnell kann es gehen das aus einem Budgetzimmer im Thamel eine perfekte Unterkunft mit kuscheligem Bett werden kann. Man schraubt die Anspruche ziemlich schnell ziemlich weit runter. Aber einmal mehr: man gewoehnt sich wohl an alles!

Fuer mich und Sonja war der ganze Trip gratis, wir moechten jedoch die verschiedenen Projekte mit Geldbetraegen unterstuetzen da wir mit eigenen Augen sehen konnten das alles ankommt wo es hingehoert. Untenstehend noch die Links falls jemand Interesse hat, sei es an einer Spende oder an einem zuverlaessigen Reisebuero in Kathmandu (man kann hier ja auch alles andere buchen, Trekkingtouren, Bustickets, Paragliding usw.

Internetseite Reisebuero: http://www.gotomountain.com/

Internetseite Dorfstiftung: http://tukeenepal.org/

Die letzten beiden Tage haben wir dann wieder als normale Touristen hier in Kathmandu verbracht. Die Stadt ist ja schon speziell und nach langer langer Zeit ist sie mir tatsaechlich irgendwie ans Herz gewachsen. Sie ist schmutzig und laut, aber es ist eines der groessten Freiluftmuseen. An jeder Ecke hat es einen Tempel, Heiligtuemer und religioese Bauwerke. Haha, habe gerade im Internet gelesen dass es hier praktisch keine privaten Fahrzeuge gibt, trotzdem bricht der Verkehr laufend zusammen. Die Mischung aus Motorraedern, Taxis, LKWs und Bussen machts :-) Wir waren auch endlich ein wenig shoppen, wir haben Yak-Kaese probiert, der es locker mit Schweizer Kaese aufnehmen kann. Wir haben unsere Haende in Cashmere-Decken gegraben so dass sich mein neu erworbener Yak-Schal wie ein Reibeisen anfuehlt. Aber er gibt immer noch warm, hu!




Die Hocker werden morgen in die Schweiz geschickt :-)

 In Jyamrung

 Wir haben uns gegen den Bus entschieden und sind gelaufen

 Im Dorf werden die Decken verteilt

 Handyman nimmt die Geiss 'auseinander'